Johannes Kleske

Zukünfte verstehen und gestalten

Kategorie: Artikel

  • Monika Bielskyte über faule Zukunftsvisionen und Virtual Reality

    Monika Bielskyte über faule Zukunftsvisionen und Virtual Reality

    Monika Bielskyte berät Scifi-Filmemacher bei der Erschaffung ihrer Welten. Auf Twitter hat sie nun die Arbeit gezeigt, die sie für die Realverfilmung von Ghost In The Shell gemacht hat. Dabei hat sie nicht nur ihre fantastischen Moodboards präsentiert, die den Film in eine deutlich spannendere Richtung bewegt als der nun typische Cyberpunk-Look (und die immensen Probleme des Whitewashings). Sie hat auch in zahlreichen Tweets einen Anspruch an Worldbuilding beschrieben, der weiter und tiefer geht als das meiste, was uns Hollywood in Mainstream-Science-Fiction-Filmen derzeit anbietet. Ich kann nur empfehlen, sich den kompletten Twitter-Thread anzusehen und durchzulesen.

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  • Impressionen aus San Francisco

    Impressionen aus San Francisco

    Anfang März war ich für sechs Tage in San Francisco und der Bay-Area unterwegs, um mir vor Ort und in Gesprächen einen Eindruck zu verschaffen und um besser die Realitäten hinter den Geschichten aus dem Silicon Valley zu verstehen. Meine wichtigsten Erkenntnisse habe ich auf Medium beschrieben.

    Um die Stadt besser kennenzulernen, bin ich sehr viel zu Fuß unterwegs gewesen und habe dabei viele Impressionen gesammelt. Für alle, die mir nicht auf Instagram folgen, hier mal die interessantesten. Dabei sind viele kleine Signale davon, was die Bürger von San Francisco gerade bewegt. (mehr …)

  • Dafür habe ich die doch nicht gewählt

    Letzten Sommer habe ich, wie so einige, Rückkehr nach Reims von Didier Eribon gelesen. Darin beschreibt er, wie er zu seiner Familie aus dem Arbeitermileau zurückkehrt, nachdem er sich vor viele Jahren abgewendet und ins intellektuelle Milleau gewechselt war. Das Buch hat letztes Jahr viel Aufmerksamkeit bekommen, weil Eribon sich damit beschäftigt, warum seine Familie, die zeitlebens links gewählt hat, nun dem Front National ihre Stimme gibt.

    Eine Stelle ist mir besonders in Erinnerung geblieben und ich erinnere mich derzeit immer wieder an sie, wenn versucht wird mit alter Logik den Zuspruch der rechten Parteien zu verstehen.

    Als ich meine Mutter darauf ansprach, dass sie mit ihrer Stimme eine Partei unterstütze, die gegen das Recht auf Abtreibung kämpfte (obwohl sie, wie ich wusste, schon einmal abgetrieben hatte), antwortete sie mir nur: »Das ist was anderes, dafür habe ich die doch nicht gewählt.«

  • Bücher, die ich 2016 gelesen habe

    Bücher, die ich 2016 gelesen habe

    Sag mir, was du liest, und ich sag dir, wer du … bla. 2016 war Goodreads mein Lieblings-Social-Network. Ich habe so viele Bücher wie noch nie zuvor gelesen (zusätzlich zu all den Artikeln, Essays und Studien). Deswegen werfe ich noch mal einen Blick zurück auf die Themen, Geschehnisse und Autoren, die mein 2016 geprägt haben – anhand all der Bücher, die ich gelesen habe.

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  • Lage der Nation-Podcast

    Lage der Nation-Podcast

    Vor ein paar Wochen habe ich mich auf die Suche nach deutschen Politik-Podcasts gemacht. Ich habe so eine Tendenz, fast besser über die US-Politik als über die deutsche informiert zu sein. Deswegen habe ich letztes Jahr ein Zeit-Abo abgeschlossen und lese fast täglich die Newsletter von Politico Europa (Playbook und Morgen Europa) und Tagesspiegel. Was mir noch fehlte, sind interessante Diskussionen, etwas rausgezoomt aus dem Tagesgeschehen.

    Der Lage der Nation-Podcast (Link) aus dem Küchenstudio-Podcastnetzwerk war da die ziemlich perfekte Antwort. Der Journalist Philip Banse und der Jurist Ulf Buermeyer besprechen einmal die Woche in ein bis zwei Stunden die maßgeblichen Ereignisse im In- und Ausland. 

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  • Vortrag: Kultur verspeist Strategie

    Vortrag: Kultur verspeist Strategie

    Im Januar war ich irgendwo im tiefsten Franken, um bei einer deutschen Versicherung eine Einführungs-Keynote zum Thema Digitalisierung zu halten. Herausgekommen ist dabei eine Art Grundsatzrede über die Tiefe der digitalen Transformation, die Unternehmen bevorsteht. Anhand von Tesla, Facebook und Starbucks zeige ich wie fundamental anders „digitale Unternehmen“ heute in ihrer Herangehensweise funktionieren und welche Erfolgsfaktoren sich daraus ergeben. Diese tiefgreifende Veränderung durch die Digitalisierung braucht nicht nur neue Strategien in der Kommunikation („Müssen wir nun auch auf Snapchat?“), sondern braucht einen grundlegenden Kulturwandel. Das ist der Kern unserer Arbeit mit Third Wave.

    Da ich inzwischen meine Vorträge immer komplett runter schreibe, gibt es den Vortrag jetzt als kompletten Text in unserer Third-Wave-Medium-Publikation: Kultur verspeist Strategie.

    Und wenn Sie mich für Ihre Veranstaltung als Sprecher zu diesem oder ähnlichen Themen (z.B. das, das oder das) zu buchen, sprechen Sie mich gerne an.

  • Arbeit 4.0 braucht eine neue Arbeiterbewegung

    Für das Debattenforum des Tagesspiegels habe ich zum Thema ‚Arbeit 4.0 – Fluch oder Segen?‘ habe ich passend zum 1. Mai einen Beitrag mit dem Titel ‚Wir brauchen eine neue Arbeiterbewegung‘ geschrieben. Darin fasse ich die Kernthesen meines Vortrags ‚Mensch, Macht, Maschine – Wer bestimmt wie wir morgen arbeiten?‘ zusammen.

    Im Grunde wiederholt sich hier gerade die Geschichte. Wie in der ersten industriellen Revolution bevorteilt der Einsatz neuer Technologien erstmal das Kapital und die „Fabrikbesitzer“. Und damals wie heute geht es nun darum, die Balance wiederherzustellen. Das Problem ist nicht, wie von Eric Schmidt prognostiziert, die Automatisierung von Jobs, sondern einmal mehr die Ausbeutung von Menschen. Es geht zunächst nicht darum, wie wir morgen arbeiten, sondern wer bestimmt wie wir morgen arbeiten. Wir brauchen eine neue, digitale Arbeiterbewegung, die sich neue Rechte für das 21. Jahrhundert erkämpft.

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