Eventformat: Die lange Konversation

Die Popularität von Podcasts hat unter anderem gezeigt, dass es ein Interesse an ausführlichen Konversationen gibt.
Ich hoffe, dass auch Konferenzveranstalter davon inspiriert werden, sich nach neuen Formaten umzusehen. Hier wäre eins, das mich sofort angesprochen hat:

A “long conversation” is a new format for a conference. Two speakers begin a conversation on stage. After 15 minutes one of the two speakers is replaced by a new speaker and the conversation continues, and every 15 minutes for the next 8 hours a speaker is swapped out. (Each speaker converses for 30 minutes.) The day is engaging, unpredictable, passionate, diverse, informative, and entertaining. It’s a format invented by Long Now Foundation that is worth stealing.

Kevin Kelly

Wo viele Formate nicht über das Interviewformat zwischen Moderator und Experte hinauskommen, setzt die lange Konversation den Austausch zwischen Experten. Statt Talkingpoints entsteht hier das Potenzial für neue Ideen und Ansätze.
Ich kann mir dieses Format auch gut kürzer, z. B. für eine Abendveranstaltung vorstellen. Dann vielleicht mit 10-Minuten-Slots.

Acht Jahre Third Wave

heute war damals zukunft

Heute wird Third Wave acht Jahre alt. So lange machen wir schon unser eigenes Ding. Haben uns konstant verändert, weiterentwickelt und verbessert. Wenn man erklärt, dass man seit acht Jahren mit der eigenen Firma unterwegs ist, schauen die Leute anerkennend auf, stelle ich neuerdings fest. Erfahrung ist etwas, das ich früher häufig unterschätzt habe, einfach weil sie mir gefehlt hat. Heute kann ich sie mehr und mehr nicht nur einsetzen, sondern auch genießen.

Und gleichzeitig fühlt es sich immer noch wie der Anfang an. Wir wollen wachsen, sehen neue Herausforderungen und größere Potenziale. Erfahrung heißt auch, dass man besser versteht, wie man auf das nächste Level kommt. Dass man auch nach acht Jahren noch bereit ist, zu lernen und sich selbst zu hinterfragen.

„Not because we know better, but because we learn better.“

Chilly Gonzales

Doch heute steht für mich vor allem das Bewusstsein im Vordergrund, was für ein Privileg es ist, dieses Ding mit meinem besten Freund bauen zu dürfen. Auf uns, Igor!

Digitale Transformation hat ein Führungsproblem

Die Digitale Transformation krankt in vielen Unternehmen vor allem an der fehlenden Führung. Eine weitere Studie – diesmal von Bearing Point – beschreibt die immense Lücke zwischen der Wahrnehmung der Führungskräfte und der ihrer Mitarbeiter bei diesem Thema:

„Zwar sei einem Großteil der Angestellten bekannt, dass es in ihrem Unternehmen eine Digitalstrategie gebe, fast die Hälfte empfinde diese allerdings als „nicht transparent“. Viele wüssten weder, warum und wohin sich das Unternehmen mit der Digitalisierung verändern wolle, noch, welche Rolle sie selbst dabei spielen.“

Auch das Thema Fortbildung wird in der Studie aufgegriffen.

„Deutliche Defizite gibt es zudem im Bereich Schulungen. So fehlt es in vielen Unternehmen laut Studie noch an Weiterbildungsangeboten zur digitalen Transformation und an der Vermittlung notwendiger Kompetenzen wie beispielsweise analytischer Fähigkeiten.“

via

Wir haben kein Problem mit der Automatisierung, sondern mit der (Fort)Bildung.

How much future do you have?

Aktuelle Studien kommen vermehrt zu dem Ergebnis, dass die Automatisierung durch digitale Technologien wie künstliche Intelligenz, Jobs nicht vollständig ersetzt, sondern vorrangig verändert. Mensch und Maschine arbeiten zunehmend zusammen, statt dass die Maschine den Menschen überflüssig macht. Jobs fallen nicht einfach weg, sondern bekommen ein anderes Anforderungsprofil. Automatisierung und Fachkräftemangel sind damit nicht entgegengesetzte Probleme, sondern sind miteinander gekoppelt. Dadurch verlagert sich der Fokus von der Frage, ob es diese Jobs geben wird zu der, ob diese Jobs besetzt werden können.

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Innovation bewusst bremsen

Wenn ich bei Vorträgen und Workshops Teilnehmer aus Unternehmen herausfordern möchte, werfe ich in den Raum, dass Geschwindigkeit vielleicht nicht alles ist. Die Blicke sagen mir dann, dass ich wohl gerade etwas nahezu Blasphemisches geäußert habe. Um bei der digitalen Transformation aufzuholen, geben viele Unternehmen die Prämisse „Wir müssen viel schneller werden“ aus. Das ist verständlich. Die Transformation wird vor allem über ihre Beschleunigung erlebt. Andere Aspekte wie Komplexität sind schwerer wahrnehmbar, geschweige denn beantwortbar.

„Move fast and break things“

Mehr und mehr lassen sich inzwischen aber auch die Kosten der Fokussierung auf Geschwindigkeit beobachten: Von Facebook, das nicht so recht weiß, wie es auf den „Missbrauch“ seiner Plattform reagieren soll, bis zur massiven Zunahme von Hacks, Leaks und weiteren Cyber-Security-Themen. Wir sehen die Konsequenzen von „Move fast and break things“ und genau deswegen hinterfrage ich bewusst den Geschwindigkeitsfetisch.

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Was wäre wenn…

…die Zukunft ständig in Bewegung ist? 
…es viele Zukünfte statt einer Zukunft gibt?
…sich die Zukunft nicht prognostizieren lässt?
…der Kampf um die Zukunft mit Narrativen ausgetragen wird?
…wir gestalten könnten, wie wir morgen leben und arbeiten wollen?
…wir nicht nur das Auto, sondern auch den Stau antizipieren würden?
…„was wäre wenn“ die Schlüsselfrage für die Zukunft ist?