Neuer Online-Kurs vermittelt Grundlagen der Trend- und Zukunftsforschung

Warum sagen wir ‚Zukünfte‘ statt ‚Zukunft‘? (Video aus dem Online-Kurs)

Nicht jede*r hat die Möglichkeit, einen Master in Zukunftsforschung zu machen, um besser Entscheidungen für eine unsichere Zukunft zu treffen. Deshalb haben wir mit Third Wave einen Online-Kurs entwickelt, der in 5 Modulen und 17 Lektionen die wichtigsten Methoden aus der Trend- und Zukunftsforschung alltagstauglich vermittelt. Alles weitere auf der Webseite zum Online-Kurs.

Übrigens: Unternehmen können den Kurs auch direkt als Paket für ihre internen Lernplattformen erwerben.

Podcast: Die Arbeitswelt nach der Krise

Vor ein paar Tagen war ich im Resilient-Futures-Podcast des IZT zu Gast und habe mich mit Sebastian Hofer und Felix Beer insbesondere über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Zukünfte der Arbeit unterhalten:

In dieser Folge sprechen wir mit dem Zukunftsforscher Johannes Kleske über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Arbeitswelt. Home-Office, digitale Meetings und New Work: COVID-19 katapultiert uns in die Zukunft der Arbeit. Sind wir jedoch bereit für diesen Sprung? Auf der einen Seite bringt die Bewältigung der Krise einen Schub für die Digitalisierung mit sich, von dem viele Unternehmen und Arbeitnehmer profitieren. Auf der anderen Seite werden bestehende Ungleichheiten im Arbeitsmarkt verstärkt, wodurch auch die Frage der Systemrelevanz neue Bedeutung gewinnt.

Fest steht, dass die Corona-Krise nicht automatisch zu einer besseren Zukunft führt. Für eine gerechtere und nachhaltigere Arbeitswelt nach der Krise braucht es also vor allem eins: einen reflektierten und selbstbestimmten Umgang mit Wandel und Unsicherheit.

Zum Podcast

Keine Antworten

1

Tief durchatmen. Den Parasympathikus aktivieren. Gerade ist weder Kampf noch Flucht möglich. Stattdessen Aufmerksamkeit, Beobachtung, Reflexion. Zumindest für einen Moment. Und dann noch einen.

2

Wie viel Raum ist gerade für die eigenen Gedanken? Ohne Nachrichten, Twitter, Videokonferenzen, Podcasts, Radio, Instagram, Push Nachrichten zu Breaking News. Zwischen Arbeits-E-Mails, Kinderbespaßung, Slalomlaufen beim Einkaufen, Streit mit dem Partner, Haushaltschaos. Vielleicht fünf Minuten? Das wäre ein Anfang.

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Was ist kritische Zukunftsforschung?

In diesem Artikel beschreibe ich mein Verständnis der kritischen Zukunftsforschung, basierend auf den Arbeiten von Inayatullah, Grunwald sowie Goode und Godhe.

Das Feld der Zukunftsforschung beschreibt „die wissenschaftliche Befassung mit möglichen, wünschbaren und wahrscheinlichen Zukunftsentwicklungen“ (Kreibich 2006). Während sich der Großteil der Zukunftsforschung auf die Erstellung von neuen Zukunftsbildern mit wissenschaftlichen Methoden (z.B. Szenarien) konzentrierte, gab es seit Ende der siebziger Jahre immer wieder Bemühungen, auch bestehende Zukunftsbilder zu untersuchen (z.B. Slaughter 1984).

Unreflektierte Vorannahmen in Zukünften

Zu den prägendsten Vordenkern einer kritischen Zukunftsforschung gehört Sohail Inayatullah. Beeinflusst vom Poststrukturalismus, hat er in seinem grundlegenden Artikel (1999) zu den Critical Futures Studies (CFS) darauf hingewiesen, dass jeder zukunftserforschenden Tätigkeit epistemologische Annahmen zugrunde liegen: zeitliche, wirtschaftliche, politische, ideologisch-kulturelle und sprachliche. Diese Annahmen bleiben aber auch in der Zukunftsforschung meist unreflektiert. Sie werden nicht hinterfragt und beeinflussen so unsichtbar die Ergebnisse.

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Future Imaginaries

In dem Paper von Godhe und Goode bin ich auf das Konzept der ‚Future Imaginaries‘ gestoßen, das sie aus der Soziologie adaptiert haben:

„In our conception of CFS [(Critical Future Studies)], it’s important to interrogate “future  imaginaries”, that is, ideas about the future  which, at least in some – usually powerful – quarters, become taken-for-granted or congealed discourses. […] The concept of the imaginary is derived from philosophers Cornelius Castoriadis (1998) and Charles Taylor (2002). Today it is used in different contexts and with variations such as the social imaginary, the cultural imaginary, and the global imaginary. […] Apart from globalization, it is possible to briefly identify a number of future imaginaries. One obvious example is digitization: it is increasingly difficult to conceive of anything other than an intensification of digital ubiquity as developments like wearable computing, smart cities and the “Internet of Things” continue apace. […] But the point of drawing our critical attention to future imaginaries is not merely to dethrone, defamiliarize or loosen them. We see such deconstructive work as essential to CFS but also suggest that imaginaries can work not only to constrain future thinking but also positively as the semantic ground for expansive and potentially radical thinking.“

Michael Godhe und Luke Goode in Beyond Capitalist Realism

Ich liebe ja diese Phase, nachdem man auf ein neues Konzept oder einen neuen Begriff gestoßen ist und dann entdeckt, was dazu schon alles passiert ist.

Zu Future Imaginaries gab es z.B. letztes Jahr einen spannend klingenden Workshop am HIIG: We are on a mission – Exploring the role of future imaginaries in the making and governing of digital technology.