Monika Bielskyte über faule Zukunftsvisionen und Virtual Reality

Monika Bielskyte berät Scifi-Filmemacher bei der Erschaffung ihrer Welten. Auf Twitter hat sie nun die Arbeit gezeigt, die sie für die Realverfilmung von Ghost In The Shell gemacht hat. Dabei hat sie nicht nur ihre fantastischen Moodboards präsentiert, die den Film in eine deutlich spannendere Richtung bewegt als der nun typische Cyberpunk-Look (und die immensen Probleme des Whitewashings). Sie hat auch in zahlreichen Tweets einen Anspruch an Worldbuilding beschrieben, der weiter und tiefer geht als das meiste, was uns Hollywood in Mainstream-Science-Fiction-Filmen derzeit anbietet. Ich kann nur empfehlen, sich den kompletten Twitter-Thread anzusehen und durchzulesen.

Durch ihre Tweets bin ich auf dieses fantastische Essay über Virtual Reality gestoßen, das Bielskyte Anfang März veröffentlicht hat. Darin propagiert sie eine reflektierte Herangehensweise an VR und ich weiß gar nicht, wo ich zu zitieren anfangen soll. Vielleicht hiermit:

“VR is not new

It is simply a technology that can finally begin to echo what the shamans of time immemorial have been bringing us into through their sacred rituals. Rituals that, since their inception, have had a goal of teaching us how to dive into the parts of our psyche unknown to our conscious minds so we could learn how to come closer to the world that we are inextricably linked with. I know this might sound somewhat esoteric, but that’s what ‘being in the space’ while knowing that that space is not there very much is — it is literally an out-of-body experience.

More than ever before, creation — be it artistic, scientific, or technological — needs to have some of that shamanism within it.

I dream of technologies that could help us heal our wounds — as individuals, as cultures, as societies, as a species. Our technology should not just be about solving practical problems.

The greatest inventions inspire us to invent more.”

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der vielen, wichtigen Punkte, die sie macht. Man stelle sich vor, dieses Essay wäre der Startpunkt für jedes VR-Projekt, was gerade da draußen ins Leben gerufen wird. Die Qualität der Erlebnisse, die möglich wären…

Was mich persönlich bei Bielskyte inspiriert ist, dass sie es schafft harte Kritik mit Enthusiasmus für die Möglichkeiten zu verbinden. Letzteres vernachlässige ich noch zu häufig, weil ersteres so einfach ist.

Hier noch ein Gebet von Audrey Tang, das Bielskyte zitiert.

Also, dringende Leseempfehlung: Virtual Reality as Possibility Space

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