Was macht eigentlich kritische Zukunftsforschung?

Welche Bilder von der Zukunft hat wer im Kopf und warum – so lässt sich, grob vereinfacht, das Interesse der kritischen Zukunftsforschung beschreiben. Statt neue Zukunftsbilder (Zukünfte) zu entwickeln, beschäftigt sie sich vor allem mit den bestehenden und deren Wirkung. 

Michael Godhe und Luke Goode haben dazu ein faszinierendes Paper veröffentlicht, in dem sie unter anderem die folgenden Kernfragen der „Critical Future Studies“ an Zukunftsbilder zusammentragen:

  • Wie wird die Zukunft zum Leben erweckt?
  • Welche Art von Zukunft wird heraufbeschwört?
  • Wer würde in solch einer Zukunft leben wollen (und wer nicht)?
  • Was wird erwartet, wie wir in dieser Zukunft ankommen?
  • Worin liegt die Überzeugungskraft solch einer Vision?
  • Was ist die historische Entwicklung, die dieser Vision der Zukunft zugrund liegt?

Das Ziel der kritischen Zukunftsforschung ist den Diskurs um mögliche, wahrscheinliche und wünschbare Zukünfte zu erweitern. Sie fragt explizit, wer und was in den bestehenden Zukunftsbildern nicht vorkommt und warum. 

“The point of Critical Future Studies, in this view, is to defamiliarize unquestioned, sedimented or “common sense” discourses of the future, to shake them up in order to broaden the field of possibility.”

Michael Godhe & Luke Goode in Beyond Capitalist Realism

Auch im Kontext von Zukünften im Unternehmenskontext sind die Fragen und Methoden der kritischen Zukunftsforschung sehr hilfreich. So zeigen sie blinde Flecken auf und sensibilisieren für anderen Perspektiven als die eigene. 

Wir verstehen es als unsere Aufgabe, die Ansätze der (kritischen) Zukunftsforschung aus dem akademischen Kontext in den praktischen (Arbeits)Alltag zu holen. 

So haben wir angefangen, in unsere Zukünfte-Prozesse und Seminare immer wieder Reflexionsschlaufen einzubauen, um unausgesprochene Annahmen zu hinterfragen. Das hilft uns, nicht immer bei den gleichen Zukünften anzukommen, sondern bewusst die Pluralität abseits der ausgetretenen Pfade zu suchen. Denn dort entstehen die spannenden Möglichkeiten, um vom Reagieren ins Agieren zu kommen.

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