New Work ist andauerndes Neuland

Vor zwei Wochen durfte ich mir eine Diskussionsrunde zum Thema New Work in Hamburg ansehen. Während ich der Konversation lauschte, fielen mir zwei Punkte auf, die sich für mich wie ein roter Faden durch fast alle Bereiche der digitalen Transformation ziehen:

  1. Die Diskutierenden tauschten sich locker über ihre Erfahrungen aus. Dabei fielen ständig Sätze wie „Wir probieren gerade das aus.“ „Ah, da haben wir vor einem halben Jahr mit experimentiert. Dadurch sind wir gerade an diesem anderen Punkt.“ usw. Schnell wurde klar, dass wenn sie sich in drei Monaten wieder treffen würden, sie wieder neue Erfahrungen auszutauschen hätten. Neue Arbeitsformen sind keine Konzepte, die man einmal findet und dann auf Dauer eingeführt hat. Vielmehr ist New Work ein konstanter Prozess, in dem das Ausprobieren und Anpassen nie aufhört – andauerndes Neuland eben.
  2. Hier tat sich auch ein großer Graben zwischen den erfahrenen New Workern auf der Bühne und dem interessierten, aber unerfahrenen Publikum auf, das immer wieder nach der richtigen Lösung fragte und immer nur einen Zwischenstand als Antwort bekam. Man merkt den meisten Menschen fast sofort an, wenn sie nur die Theorie von New Work kennen. Das Vokabular (agil, Holocracy, Fehlerkultur usw.) beherrschen sie schon. Aber die Art, wie sie darüber reden zeigt, dass sie noch keine praktischen Erfahrungen gesammelt haben.

Deswegen hoffe ich, dass das Publikum aus dieser Diskussionsrunde das gleiche mitgenommen hat, was wir unseren Kunden auch immer raten: einen Tanker lenkt man am einfachsten, wenn er in Bewegung ist.

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