Hubertus Heil und die Maschinenstürmer

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Hubertus Heil mit einer – für einen Sozialdemokraten erschreckend verkürzten – Sicht auf die Maschinenstürmer in der SZ, als er nach einer Robotersteuer gefragt wird:

Ich warne vor Kurzschlüssen. Die Sozialdemokratie ist im 19. Jahrhundert entstanden, sozusagen bei Industrie 1.0. Da hatten auch Menschen Angst. Da gab es Maschinenstürmer, die mit Hacke und Spaten den Lauf der Dinge aufhalten wollten. Die haben historisch verloren. Die Frage war damals schon: Wie machen wir aus technologischem Fortschritt für wenige sozialen Fortschritt für viele? Diese Aufgabe stellt sich jetzt neu, noch viel schneller. Aber eine Maschinen- oder Robotersteuer hilft uns nicht. Was soll das sein: eine Produktivitätsverhinderungssteuer? Das wäre Maschinenstürmerei mit den Mitteln des Steuerrechts.

 

Die Maschinenstürmer (engl. „Luddites“) wurden erst zu ebensolchen, als alle anderen Mittel keine Wirkung zeigten. Sie haben auch nicht „historisch verloren“, sondern wurden mithilfe des Staats schlicht niedergemetzelt. Dabei war ihr Ziel gar nicht den Fortschritt aufzuhalten, sondern an ihm beteiligt zu werden. Und auch, wenn sie gewaltsam beendet wurden, so haben sie doch viele der Grundlagen gelegt, aus denen die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie hervor gingen. „Maschinenstürmer“ wird heute vor allem als Schimpfwort und Totschlagargument von Technologie-Deterministen und Fortschrittsfanatikern benutzt, die den historischen Kontext für ihre eigenen Zwecke verfälschen. Dass nun ein führender Sozialdemokrat das gleiche Mittel benutzt, um eine Idee zu diskreditieren, für die sich selbst ein Tech-Milliardär wie Bill Gates einsetzt, sagt weniger etwas über den Sinn dieser Idee und mehr über den Zustand der deutschen Sozialdemokratie aus.

Leseempfehlung: Why the Luddites Matter

 

Weil’s sonst niemand macht

Detaillierter Bericht von Ethan Zuckerman über Darling’s Thesen zur Roboterethik, die sie auch schon auf der Republica dieses Jahr präsentiert hat. Mir ist aber vor allem ein Punkt aus Zuckerman’s Einführung hängen geblieben.

She’s often asked why she’s chosen to work on these issues – the simple answer is “Nobody else is”. There’s a small handful of “experts” working on robots and ethics, and she feels an obligation to step up to the plate and become genuinely knowledgeable about these issues.

Ziemlich großartige Herangehensweise, wenn ihr mich fragt, in der ich mich sehr wieder finde.

Roboterethik Diskussionsrunde

Digitaler Salon #8/2013: Roboterethik from kooperative-berlin on Vimeo.

Am 28.08. war ich beim Digitalen Salon des HIIG zur Frage ‚Brauchen wir eine Roboterethik?‘ eingeladen. Der Abend versuchte einen Spagat zwischen dem Einfluss von Maschinen auf Arbeit – was auch der Grund war, warum ich eingeladen war – und dem eigentlichen Thema Roboterethik, was nicht ganz geklappt hat. Aus meiner Sicht nicht weiter wild, weil ich auch Roboterethik als Diskussionsthema sehr spannend finde.

Meine Recherche zur Roboterethik habe ich hier zusammen getragen.

Das Ende der Arbeit

Neue Arbeitsplätze müssen her. Da sind sich die Politiker aller Lager einig. Klar, der Wähler erwartet das. Er fühlt geradezu einen Anspruch auf die Möglichkeit zu arbeiten. Was sich aber kaum ein Politiker öffentlich zu fragen traut: Was, wenn das einfach irgendwann nicht mehr möglich ist?

Durch den technologischen Fortschritt werden Arbeitsplätze obsolet und fallen weg. Das war schon immer so. Bisher hat der Fortschritt aber immer genug neue Arbeitsplätze geschaffen. Darauf beruhen unsere Planungen. Wer in seinem erlernten Beruf keine Arbeit mehr findet, der muss halt umschulen.

Was aber, wenn der technologische Fortschritt mit einer Geschwindigkeit und in eine Richtung passiert, in der mehr Arbeitsplätze überflüssig als neue geschaffen werden können? „Das Ende der Arbeit“ weiterlesen

Roboter-Workshop bei Motoki

Wenn ihr am Samstag in Köln seid, solltet ihr euch auf keinen Fall den Overhead-Roboter-Workshop bei den Freunden von Motoki entgehen lassen.

Baue deinen autonomen eigensinnigen Solarroboter im Motoki-Wohnzimmer! Aus vorgefertigten Platinen und einem Haufen von bereitgestellten Materialien baust du dir – natürlich unter Anleitung – deinen ganz persönlichen Overhead Roboter, der auf einem Overhead Projektor zum Leben erweckt wird und bunte Visuals an die Wand zaubern kann.

Am Abend gibt’s dann mit The Smack noch schön was auf die Ohren. Klingt nach einem tollen Tag für euch da oben links.