Innovation bewusst bremsen

Wenn ich bei Vorträgen und Workshops Teilnehmer aus Unternehmen herausfordern möchte, werfe ich in den Raum, dass Geschwindigkeit vielleicht nicht alles ist. Die Blicke sagen mir dann, dass ich wohl gerade etwas nahezu Blasphemisches geäußert habe. Um bei der digitalen Transformation aufzuholen, geben viele Unternehmen die Prämisse „Wir müssen viel schneller werden“ aus. Das ist verständlich. Die Transformation wird vor allem über ihre Beschleunigung erlebt. Andere Aspekte wie Komplexität sind schwerer wahrnehmbar, geschweige denn beantwortbar.

„Move fast and break things“

Mehr und mehr lassen sich inzwischen aber auch die Kosten der Fokussierung auf Geschwindigkeit beobachten: Von Facebook, das nicht so recht weiß, wie es auf den „Missbrauch“ seiner Plattform reagieren soll, bis zur massiven Zunahme von Hacks, Leaks und weiteren Cyber-Security-Themen. Wir sehen die Konsequenzen von „Move fast and break things“ und genau deswegen hinterfrage ich bewusst den Geschwindigkeitsfetisch.

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Farm Hack

Aus der Kategorie Prototypen eines neuen Morgens. Mehr auf farmhack.net.

Farm Hack aims to nurture the development, documentation, and manufacture of farm tools for resilient agriculture. We exist as an infrastructure, providing an online platform for community-based sharing and collaborative research. Individuals and organizations, non-profits and businesses alike, are invited to participate and represent themselves.

Nun stelle man sich die Farm-Hack-Community in Verbindung mit Bewegungen wie Transition Towns oder Bauerngärten vor.

via Axel und Adafruit

neunetzcast 41 zum Recht auf Vergessen und dem NY Times Innovation Report

Ich sag’s ja immer gerne dazu: Mir tun die Hörer der neunetz-Ausgaben, bei denen ich dabei bin, immer leid, weil ich dazu neige erst im Gespräch mit Marcel viele neue Gedanken zu entwickeln. Deswegen gibt’s viele Ähs und Schleifen. Aber dafür bringt mich dieser Gedanken-Ping-Pong enorm weiter.
So auch diesmal bei Themen wie dem EU-Urteil zum so genannten „Recht auf Vergessen“ über die verschiedenen Wertesysteme zwischen den USA und Deutschland bis zum großartigen NY Times Innovation Report und seiner Bedeutung auch für die deutsche Verlagslandschaft. Alle Links zur Sendung gibt es hier.

Webperlen vom 27.10.2013

Links und Artikel, die ich interessant finde. Alle Links auch auf Pinboard.

  • NSA-proof your e-mail in 2 hours
    Eine komplette Anleitung, wie man einen Mailserver aufsetzt. Ich lege das hier mal ab, bis ich die Zeit und das technische Verständnis habe.
  • enigmabox.net
    Ein Schweizer Hardware-Angebot, das auf einem Meshnetwork-Protokoll basiert und noch zu teuer ist, aber eine interessante Richtung aufzeigt.
  • Occupy.here: A tiny, self-contained darknet
    Bericht über eine Meshnetwork-Box, die aus Occupy heraus entstanden ist.
  • They may have the money, but we have the tools of technology.
    James Darling plädiert dafür, dass man seine Zeit lieber für den öffentlichen Dienst investiert als in Startups reiche Menschen noch reicher zu machen.
  • Don’t believe the hype: Who authors our futures?
    Der Erfolg des Moorschen Gesetzes hat zu einer gewissen kognitiven Faulheit geführt. Wenn es um Investitionen in die Zukunft geht, vertrauen wir am liebsten auf das, was in den letzten 50 Jahren funktioniert hat: der Glaube an das endlose, exponentielle Wachstum in der Computerproduktivität. Aber wer kann uns versichern, dass es immer so weiter gehen wird?

Webperlen vom 20.10.2013

Links und Artikel, die ich interessant finde. Alle Links auch auf Pinboard.

  • Petra Collins On Censorship And The Female Body
    Der Instagram-Account der Künstlerin Petra Collins wurde gelöscht weil auf einem Bild der Ansatz von Schamhaar zu sehen war. Hier schreibt sie über das Frauenbild einer Gesellschaft, das zu solchen Reaktionen führt.
  • Report: ‚the crisis of what it means to be special is no longer limited to the young‘ (Wired UK)
    Demografie ist tot, zumindest in der Kommunikation. Dieser Report der New Yorker Trendforscher K-Hole beschreibt die neue Atemporalität von Jugend.
  • dudle
    Eine kostenlose Alternative zu Doodle mit zusätzlichen Datenschutzfunktionen.
  • piracydata.org
    Diese Plattform listet die zehn beliebtesten Filme auf Torrent-Seiten und überprüft, welche davon legal verfügbar sind. Das Ergebnis: die Filmindustrie kann noch sehr viel tun, um Menschen, die Filme legal sehen wollen, das Leben einfacher zu machen.
  • TXTmob and Twitter
    Dieser Artikel beschreibt die Aktivisten-Tools, aus denen später Twitter hervor gegangen ist. Ein weiteres Beispiel, wie sich Innovationen entwickeln. Von den „Fringes“ zum Tool zum Produkt.

Resonance – Ein Film über Designstrategie

Die Designberatungsfirma Continuum hat diesen kleinen Dokumentationsfilm erstellt, um zu erklären, wie Designstrategen arbeiten. Der Fokus liegt dabei auf dem Vorgang, eine neue Idee aus den Einsichten der Konsumentenforschung zu entwickeln. Elf Minuten Film, die sich vor allem wegen der hilfreichen aber dezenten Visualisierungen lohnen.

(via altnytterfarlig)

Innovation und Spiel

Ich bin immer noch dabei, durch die Videos der DO lectures zu schauen. Dieser Vortrag hier hat mir besonders gefallen. Russell Davies und sein Kollege Matt erzählen von ihrem Versuch, eine interaktive Installation in einen neuen howies-Laden einzubauen. Spannendes Zeug über die Verbindung von Innovation und Spiel uvm. Besonders zum Ende hin bringt Russell ein paar spannende Thesen.

Wo wir gerade bei Innovation und Spiel sind, sei euch auch noch der Vortrag von Tim Brown, CEO von Ideo, auf der Serious Play Konferenz empfohlen, in dem er über die Verbindung von Kreativität und Spiel redet.

Wie Unternehmen F&E betreiben

Ein Aspekt, der mich beim Betrachten der Arbeitswelt immer wieder massiv stört, ist die Kurzsichtigkeit. Die zeigt sich vor allem daran, dass in Stressphasen (also derzeit eigentlich ständig) immer zuerst F&E (Forschung und Entwicklung) hinten runter fällt. Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass man erstmal die Projekte abfrühstücken will, mit denen man konkret Geld verdient. Aber ich halte es für Vermessen zu glaube, dass die aktuelle Wirtschaftslage ewig anhalten wird und man mit dem aktuellen Stand der Kompetenz auf lange Sicht gewappnet ist. Gerade weil F&E in einer stressigen Auftragslage in der Regel vernachlässigt werden, halte ich es für umso wichtiger, diesen bewusst Zeit einzuräumen, um auf Dauer kompetent und innovativ zu bleiben. Bei Fast Company findet man ein bisschen Inspiration, wie andere Unternehmen das machen. Lab Results May Vary — Corporate Innovation:

Bell Labs has the history, and Google–where engineers devote 20% of their time to personal projects–has the buzz. But other models of corporate innovation are also showing results.