Überblick: jkleske im Web

Ich höre immer wieder, dass Leute, die schon seit Jahren mit mir im Kontakt stehen, überraschend über irgendwas im Web von mir stolpern, das sie noch nie gesehen haben. Ich geb’s ja zu, es ist nicht ganz einfach, mir im Web zu folgen. Ich könnte behaupten, dass das Absicht ist, um euch den Kitzel der Suche zu bescheren. Aber in Wahrheit probiere ich einfach immer neue Sachen aus und vergesse dabei gerne mal zu kommunizieren, was davon eigentlich hängen geblieben ist. (Dieser Absatz bekommt ohne Zweifel das Label „Most self involved“.) „Überblick: jkleske im Web“ weiterlesen

Die republica verfolgen

In Berlin hat vor ein paar Stunden die republica 08 begonnen, die wohl wichtigste Web-Konferenz (Blogger-Konferenz wäre mir zu einseitig) in Deutschland, bei der das Anzugträger-Shirtträger-Verhältnis positiv ist. Ich kann leider nicht dabei sein (jaja, die Festanstellung…), aber bin dabei auch der gefühlt einzige aus der Web-Szene. Dabei ist es rein von den Inhalten her nicht mal ein Problem, nicht vor Ort zu sein. Den mit Video-Livestream (in überragender Qualität von Hobnox bereit gestellt) aus dem Hauptsaal und Audio-Streams aus einigen kleineren Räumen, kann man wirklich viel extrem viel mitbekommen. Von Twitter ganz zu schweigen. Trotzdem irgendwie schade, ganz viele Freunde, die dort sind, nicht zu treffen.

StudiVZ mal wieder

Ich konnte es persönlich noch nie nachvollziehen, warum sich Menschen bei StudiVZ anmelden. Wenn man ein bisschen die Nachrichten geschweige denn die Blogosphäre verfolgt, liest man gefühlte alle zwei Tage von irgendwelchen unglaubliche Datenschutzproblemen, fragwürdigen Werbespots, seltsamen Verhalten der Gründer usw. Wer noch nicht genug hat, kann einfach mal beim Don nachlesen. Nun leistet sich StudiVZ das nächste Ding und schickt meinem Barcamp-Buddy Peter eine dicke Abmahnung (2000€) wegen einer kleinen Studentenwebseite, die halt VZ im Namen hat. Klar, nicht sehr schlau das. Aber ein einfacher Anruf hätte mit Sicherheit genügt, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Wir brauchen in Deutschland endlich ein verdammtes Gesetz, um Privatpersonen vor dem aktuellen Abmahnwahn zu schützen. Ich halte euch auf dem laufenden, sobald Peter seine Spendenseite eingerichtet hat. Den im Gegensatz zu StudiVZ hat Peter eine echte Community hinter sich. (via Andre)

Update: Peter hat gerade über Twitter verlauten lassen, dass die Sache wohl vorbei ist.

Update2: Alles weitere bei Spiegel Online.

Verfassungsbeschwerde gegen Vorratsdatenspeicherung

Eigentlich weiß jeder was zu tun ist. Gründe gibt es genug, sich der Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung anzuschließen. Gründe findet man ausreichend auch noch in einer fünfminütigen Info (Mehr Aufklärungsmaterial gibt es hier). ABER oft läuft dabei etwas schief, weil nämlich die zwingend erforderliche Vollmacht nicht ausgedruckt und verschickt wird. DARUM, damit bei dieser wichtigen Sache nichts schief läuft – hier eine Anleitung in 3 Schritten. So und nicht anders muss das gemacht werden. Also auf, die Zeit drängt, denn Registrierungen und Vollmachten werden nur noch bis zum 19.11.2007 bis zum 24. Dezember 2007 (Neuer Termin!!!) (Poststempel) angenommen! Auf auf!!!

Hinweis: Der Einsendeschluss für Registrierungen und Vollmachten wurde auf den 24. Dezember 2007 verlängert!

Schritt 1: Registrierung ausfüllen

Registrierungsformular
Das Registrierungsformular wird ausgefüllt und danach durch Klicken auf “Absenden” abgeschickt.

Die Registrierung enthält die Daten zur Verfassungsbeschwerde. Das Registrierungsformular findet man hier: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/lang,de/. Das wird online ausgefüllt und dann per Klicken auf “Absenden” übermittelt. Die Daten, die für die Verfassungsbeschwerde benötigt werden, gehen dann beim Berliner Rechtsanwalt Meinhard Starostik ein. Damit Starostik die Verfassungsbeschwerde durchsetzen kann benötigt er aber aber das Vollmachtsformular, das es nach dem Abschicken der Registrierung zum Herunterladen gibt. Damit dem Bundesverfassungsgericht die Betroffenheit der jeweiligen Person dargelegt werden kann, müssen auch die Angaben über Besitz/Verwendung von Telefonanschluss, E-Mail Adresse, etc. ausgefüllt werden.

Schritt 2: Vollmacht ausdrucken und ausfüllen

Vollmachtsformular
Das Vollmachtsformular wird vollständig ausgefüllt und unterschrieben.

Die benötigte Vollmacht gibt es nach dem Abschicken der Registrierung zum Download als PDF- oder RTF-Dokument. Das lädt man herunter, druckt es auf dem Drucker aus und füllt dann alle erforderlichen Felder (im PDF auch direkt am Computer möglich) aus. Nicht vergessen; die Unterschrift!

Schritt 3: Eintüten und Abschicken

Vollmacht ausgefüllt
Die ausgefüllte Vollmacht kommt in den Briefumschlag und wird an Rechtsanwalt Meinhard Starostik geschickt. Frankieren nicht vergessen!

Danach liegt das ganze ungefähr wie oben dargestellt auf dem Tisch (oder wo auch immer). Das große Eckige kommt ins kleine Eckige. Wer so luxuriöse Briefumschläge mit Fenster besitzt, braucht den Brief nur noch frankieren und in den nächsten Briefkasten stecken. Wer kein Fenster im Umschlag hat, schreibt es eben drauf und steckt den fertig frankierten Briefumschlag ebenfalls in den nächsten Briefkasten. Alles bis zum 19. und man hat seinen Teil geleistet. Gekostet hat es nicht mehr als einen Briefumschlag, eine 55 Cent Briefmarke, etwas Druckertinte und einen Gang zum Briefkasten. Die Verfassungsbeschwerde kostet nichts (in Ziffern: 0), denn…

Das Gerichtsverfahren und Ihre Vertretung vor Gericht ist für Sie kostenfrei. Ihnen entstehen also keinerlei Gerichts-, Anwalts- oder sonstige Kosten. Dies gilt auch dann, wenn die Verfassungsbeschwerde keinen Erfolg haben sollte.

(Quelle: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/)

Viel Erfolg beim Mitmachen! Jetzt handeln! Zeichen setzen!

Also: jeder hat jetzt noch ausreichend Zeit die Registrierung auszufüllen und die Vollmacht abzusenden. Machen wir unserer Verfassung und uns also ein Weihnachtsgeschenk, indem wir die Zahl von 13.000 eingesendeten Vollmachten (Stand 16.11.2007) merkbar erhöhen!

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p>Text verfasst von Kai Uhlemeyer unter cc-by

Wir brauchen eine Lobby

Gernot schreibt den wichtigsten Artikel der Woche: Das Internet braucht in Deutschland dringend eine Lobby.

Wo sind die Lobbygruppen, wenn man sie braucht?

Ich würde mir wünschen, dass die Politik endlich aufhört, IT-Themen als kleine Randthemen zu belächeln und merkt, dass die Situation, die der aktuelle juristische Wildwuchs schafft, ein gewaltiges Hindernis für die Entwicklung der IT-Industrie darstellt.

Ich würde mir wünschen, dass Konzerne wie Yahoo oder Google ein wenig mehr Eier in der Hose Mut hätten, und es bei rechtlicher Unsicherheit auch mal auf eine Klage ankommen lassen. Stattdessen ziehen sie sofort den Schwanz ein, und schießen in vorauseilendem Gehorsam weit übers Ziel hinaus – das eine kostet eventuell Geld, das andere kostet mit Sicherheit Kunden.