Johannes Kleske

Zukünfte verstehen und gestalten

Kategorie: Vision und Berufung

  • Die Entscheidung

    Die Entscheidung ist gefallen. Ich werde mich als Berater, Konzepter, Entwickler und allgemeiner Webexperte selbstständig machen. Auch wenn ich es eigentlich schon von Anfang an wusste, so habe ich doch etwas gebraucht, bis ich mir über diesen Schritt sicher war. Denn immerhin kostet er einen hohen Preis. Ich gebe die Chance auf eine Karriere mit gutem Gehalt und viel Sicherheit mindestens für die nächsten Jahre auf und darf mich nun mit schlaflosen Nächten mit Sorgen um die nächste Kühlschrankfüllung anfreunden. Aber ich glaube, dass es den Preis wert ist.

    Die Möglichkeiten zur Selbstständigkeit waren für mich selten so gut wie im Moment. Meine Lebenskosten sind extrem niedrig (keine Frau, keine Kinder, kein Haus, kein Auto). Ich habe ein Diplomthema, das gerade auf extrem viel Interesse stößt und dazu einen perfekten Hochschulabschluss. Derzeit sieht es eher so aus, als könnte ich mir meine Projekte aussuchen. Dazu habe ich mit Kubik ein Umfeld von Freunden, die mich davor bewahren, mich in der Arbeit zu verlieren und geld- oder karrieregeil zu werden. Die Umstände sprechen also deutlich für diesen Schritt.
    Das einzige, was mir fehlt, ist ein dickes Finanzpolster, um gut leben zu können, bis die ersten Projekte abgeschlossen sind. Aber das lehrt mich Disziplin im Umgang mit meinen Ausgaben und sorgt dafür, dass ich meinen Arsch hoch bekomme.

    Der Hauptgrund für den Schritt in die Selbstständigkeit ist mein Unwille, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Könnte ich mir vorstellen als Konzepter in einer Agentur zu arbeiten? Ja, aber nicht nur. Könnte ich mir vorstellen Webseiten zu entwickeln? Ja, aber nicht nur, usw. Es gibt einfach zu viele Dinge, die gerade spannend sind. Wenn es so etwas wie einen roten Faden in meinem Leben gibt, dann der, dass ich mich schon immer für tausend verschiedene Sachen interessiert habe und das es eine meiner Kernkompetenzen ist, diese Dinge aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenzubringen (siehe Web 2.0 und emerging church).

    Die nächsten Monate und Jahre werden also ein bunter Mix aus Beratung von Unternehmen und Organisationen zu Webkommunikation, Entwicklung von Webseiten und -applikationen, die Thesen aus meiner Diplomarbeit vertiefen, bloggen und podcasten, Seminare und Workshops durchführen, Netzwerke bauen und fördern, Konzepte erstellen und was sonst noch so alles passieren könnte. Dabei vermischen sich auch die Felder der „Kunden“ von kommerziellen Unternehmen, Non-Profit-Organisationen, Kirchen, Freunden und Netzwerken. Und das gefällt mir…

    Nachtrag: War ja klar. Heute morgen hier noch die dicke Lippe riskiert und nun bekomme ich schon Muffensausen, wenn ich nur die Monatsbeiträge für die Krankenkasse sehe…

  • Konzepter – Der Generalist im Cyberspace

    In meinen Gesprächen mit Firmen fällt immer wieder die Jobbezeichnung Konzepter. Dabei wird auch immer schnell klar, dass Media System Designer ideale Konzepter sind. Wer also endlich mal verstehen will, was der Kleske eigentlich kann bzw. was er in seinem Studium gelernt hat, liest sich am besten mal folgenden Artikel der SZ durch:

    Neue Berufe Der Generalist im Cyberspace – Job & Karriere – sueddeutsche.de

    Dieser Job macht deutlich, was ein Multimedia-Konzepter von Anfang an mitbringen muss: „Man sollte sowohl viel von moderner Technik verstehen als auch von den Bedürfnissen der Anwender“, sagt Büsing. Beides aufeinander abzustimmen, um damit ein vorgegebenes Ziel des Auftraggebers zu erreichen, ist die Hauptaufgabe in diesem Beruf.

    Siehe auch: Berufsbild Multimedia Konzepter

    Nachtrag: Habe mal gesucht und wie es aussieht, suchen wirklich eine Menge Agenturen in Deutschland gerade Konzepter (natürlich immer mit ewiger Berufserfahrung), nur in Karlsruhe nicht…

  • Viele Fragen

    Irgendwie dachte ich, nach dem Diplom wäre erstmal chillen für mich angesagt. Aber denkste. Mein Kopf arbeitet auf Hochtouren wie schon lange nicht mehr. Alles dreht sich um folgende Fragen:

    • Was will ich?
    • Wo liegen meine Talente und Stärken?
    • Was ist mir wichtig?
    • Was macht mich glücklich?
    • Wovon träume ich?
    • Auf was möchte ich am Ende meines Lebens zurückblicken können?
    • Wie wichtig ist mir Sicherheit?
    • Kann ich meine Vision auch im Businessumfeld verwirklichen?
    • Wie weit kann man in Firmen innovativ und kreativ arbeiten?
    • Wieviele Kompromisse würde ich eingehen müssen?
    • Wenn jetzt plötzlich Lidl kommt und ein Wiki will, kann ich dann „Nein!“ sagen?
    • Lohnt es sich, zuerst ein paar Jahre Erfahrungen in der Wirtschaft zu sammeln bevor man die eigenen Träume umsetzt?
    • Schafft man danach wirklich den Absprung und die Umstellung, wenn man sich erstmal an die Sicherheit und die Kohle gewöhnt hat?
    • Was hält mich davon ab, nicht direkt anzufangen?

    Ich merke immer mehr, dass es für mich um eine grundsätzliche Entscheidung zwischen einer sicheren Karriere und der Umsetzung meiner Vision geht. Allerdings ist die Entscheidung nicht so einfach, wie es aussieht. In den aktuellen Gesprächen mit Agenturen und Firmen geht es um spannende Arbeit, die mir Spaß machen würde und mit der ich gutes Geld verdienen könnte. Für jemanden, der in einem Hochhauskomplex aufgewachsen ist, der in seinem Leben insgesamt viermal in Urlaub war, weil man sich nicht mehr leisten konnte, der mit fünf Geschwistern in einer 4-Zimmer-Wohnung auf 95qm den Großteil seiner Kindheit verbracht hat und der seiner möglichen, zukünftigen Familie gerne Sicherheit geben möchte, ist das extrem anziehend. Und vielleicht hat ja auch Gott diese Türen geöffnet und sagt „Digger, ich habe dir deine Talente geben, damit du sie hier einsetzt. Licht und Salz gehören auch in die Geschäftswelt, weisch?“

  • …und jetzt?

    Die Diplomarbeit ist abgegeben. Bei der Gelegenheit habe ich auch erfahren, dass es entgegen anders lautenden Informationen doch eine Diplomverleihung geben wird. Und die findet am 10. Februar statt, mitten in meinem Londonaufenthalt. Klasse, ich verpasse meinen eigenen Abschluss. So ne Kacke.

    Nun wo die Diplomarbeit abgeschlossen ist kann ich mich voll dem Satz widmen, den ich in den letzten Tagen wohl am häufigsten gehört habe: „Glückwunsch. Und jetzt?“ Wenn ich das selbst mal so genau wüsste. Die nächsten Wochen werden auf jeden Fall extrem spannend. Um für mich selbst den Prozess klarer zu machen, werde ich hier meine Gedanken sammeln und festhalten.

    Zum Start gibt es erstmal ein Zitat von Alexandra Maria Lara aus der aktuellen Galore:

    27 ist ein super Alter, um damit anzufangen, nur noch das zu machen, was man möchte.