Warum ich (noch) kein Entrepreneur bin

Eine Frage, die mir auf Formspring.me gestellt wurde: So intensiv wie Du die neusten Entwicklungen im Web verfolgst, kommen Dir nicht ständig Ideen für innovative und tragfähige Geschäftsmodelle? Juckt es Dir nicht in den Fingern was eignes zu starten?

Antwort: Erstmal, ich verfolge bei weitem nicht nur die neusten Entwicklungen im Web. Das Web ist in erster Linie mal das beste Werkzeug, um neue Entwicklungen zu verfolgen (dicht gefolgt von Magazinen). Aber meine Interessen gehen weit über das Web als Kommunikationsmedium hinaus. Retail und Gastronomie gehören dazu, genauso wie Stadtplannung, Design und Spiritualität/Theologie. „Warum ich (noch) kein Entrepreneur bin“ weiterlesen

Leadership (re-)imagined

Vielleicht liege ich auch mal wieder komplett daneben und vereinfache übermäßig, aber ich kann mich des Eindrucks nicht verwehren, dass mit der Wirtschaftskrise sich mehr und mehr unsere Definition von „Leadership“ verändert. Wurde der Begriff vorher vor allem mit Macht und Zwang von oben verbunden, so dreht sich das Bild in Richtung inhaltliche Führung und Mut zum Risiko. „Leadership (re-)imagined“ weiterlesen

Karriere ohne Personalverantwortung?

Evolution Advertising

von workforfood via jeffstaple

Fast ein bisschen zu wahr, was uns Diego da als Grafik präsentiert. Fakt ist, dass Kreative immer weniger konkret kreativ arbeiten, je weiter sie die Karriereleiter hinaufsteigen. Und das gilt bei weitem nicht nur für Kreative. Ist schon irgendwie ne sehr seltsame Sache, dass man je besser man in seinem Job wird und je mehr man damit Erfolg hat, desto weniger kann man ihn noch ausführen. Irgendwann wird man immer gezwungen, Personalverantwortung zu übernehmen. Und schon verbringt man die Zeit mehr mit managen statt mit produktivem. Das mag eine stark vereinfachte Sichtweise sein. Trotzdem begegnen mir immer wieder Leute, die bewusst keine „Karriere“ machen wollen, weil ihnen ihr eigentlicher Job viel zu viel Spaß macht oder sie keine „people person“ sind. „Karriere ohne Personalverantwortung?“ weiterlesen

The Entrepreneur’s Creed

I do not choose to be a common man. It is my right to be uncommon – if I can. I seek opportunity – not security. I do not wish to be a kept citizen, humbled and dulled by having the state look after me. I want to take the calculated risk, to dream and to build, to fail and to succeed. I refuse to barter incentive for a dole; I prefer the challenges of life to the guaranteed existence, the thrill of fulfillment to the stale calm of Utopia. I will not trade my freedom for beneficence, nor my dignity for a handout. I will never cower before any master, not bend to any threat. It is my heritage to stand erect, proud, and unafraid; to think and act for myself, to enjoy the benefit of my creations and to face the world boldly and say: This, with my family and friends, I have done. All this is what it means to be an entrepreneur.

via Ben Casnocha

Tribes von Seth Godin

Das neue Buch von Seth Godin heißt „Tribes: We Need You to Lead Us“ und könnte als Untertitel auch „How to become the next Gary Vaynerchuk“ haben. Denn darum geht es im Prinzip. Wie bauen Leute mit Leidenschaft und „Hummeln im Arsch“ Communities auf?

Das Buch, obwohl recht klein, lies sich für mich unheimlich schwer lesen. Das lag aber einfach daran, dass jeder Absatz meine Synapsen hat explodieren lassen, so dass ich ständig in Gedanken abgeschweift bin. Allein der etwas sehr „amerikanische Selbsthilfe“-Ton und die chaotische Schreibweise machen das Buch manchmal etwas anstrengend. Trotzdem kann ich es jedem empfehlen, der sich fragt, wie man Communities (auf einer abstrakten Ebene) aufbaut und wie man für das Thema, das einen begeistert, Anhänger findet.

Folgender Absatz passt bei mir gerade wie die Faust aufs Auge:

It’s four a.m. and I can’t sleep. So I’m sitting in the lobby of a hotel in Jamaica, checking my e-mail.

A couple walks by, obviously on their to bed, having pushed the idea of vacation a little to hard. The woman looks over to me and, in a harsh whisper a little quieter than a yell, says to her friend, „Isn’t it that sad? That guy comes here on vacation and he’s stuck checking his e-mail. He can’t even enjoy his two weeks off.“

I think the real question – the one they probably wouldn’t want to answer – was, „Isn’t it sad that we have a job where we spend two weeks avoiding the stuff we have to do fifty weeks a year?“

It took me a long time t figure out why I was so happy to be checking my e-mail in the middle of the night. It had to do with passion.

Update: Sehr cooler Hinweis von Martin in den Kommentaren. Das Buch gibt es derzeit kostenlos von Audible als Hörbuch. Man muss allerdings einen Audible Account anlegen.

Morgen komm ich später rein – Hoffnung für Angestellte

16.08.2008

Während der Diskussion um zukünftige Arbeitsformen bei Agenturen kam beim Wunsch nach mehr Flexibilität eigentlich immer die gleiche Antwort: werd‘ halt Freelancer. Aber ich weigere mich nach wie vor zu glauben, dass das die einzige Antwort sein kann. Es muss doch auch für Angestellte eine andere Zukunft geben als den ewigen Bürotrott von 9 bis 9.

Wie gut, dass noch andere der selben Meinung sind. Und umso besser, wenn sie es noch in viel passendere Worte zu fassen wissen als ich. Z.B. Markus Albers. Der schreibt als Journalist unter anderem für mein Lieblingsmagazin Monocle und hat dadurch schon direkt einen Joker bei mir.

Albers hat nun das Buch geschrieben, auf das ich gewartet habe. Morgen komm ich später rein heißt es und beschäftigt sich mit neuen Arbeitsmodellen für Unternehmen mit Angestellten. Albers hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar geschickt, das ich inzwischen durch und direkt an meinen Chef weitergegeben habe.

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Mitarbeitermotivation – Pixar macht’s den Agenturen vor

Pixar, das Filmstudio mit Filmen wie The Incredibles und Cars, hat von allen Filmstudios die höchsten Durchschnittseinnahmen pro Film. Das liegt zum einen daran, dass sie viel weniger Filme rausbringen als die meisten anderen Studios. Es liegt aber auch daran, dass jeder ihrer Filme ein absoluter Kassenschlager ist. Man wartet schon fast darauf, dass sie es mal verkacken. Aber gerade ist Wall-E in den USA angelaufen und wieder überschlagen sich die Kritiker vor Begeisterung.

Ein Geheimnis für den unglaublichen Erfolg könnte sein, dass Pixar genau das beherrscht, was die meisten deutschen Agenturen noch ignorieren, Mitarbeitermotivation. Im Blog von 37signals habe ich einen Hinweis auf die Pixar University gefunden. Das liest sich bei Bill Taylor wie folgt:

Pixar University is at the center of Pixar’s workplace agenda. The operation has more than 110 courses: a complete filmmaking curriculum, classes on painting, drawing, sculpting and creative writing. “We offer the equivalent of an undergraduate education in fine arts and the art of filmmaking,” Nelson said. Every employee — whether an animator, technician, production assistant, accountant, marketer, or security guard — is encouraged to devote up to four hours a week, every week, to his or her education.

Randy Nelson is adamant: these classes are not just a break from the office routine. “This is part of everyone’s work,” he said. “We’re all filmmakers here. We all have access to the same curriculum. In class, people from every level sit right next to our directors and the president of the company.”

[…]

Thanks to Pixar University, employees learn to see the company’s work (and their colleagues) in a new light. “The skills we develop are skills we need everywhere in the organization,” Nelson said. “Why teach drawing to accountants? Because drawing class doesn’t just teach people to draw. It teaches them to be more observant. There’s no company on earth that wouldn’t benefit from having people become more observant.”

Das allein produziert noch keine genialen Filme. Aber es sorgt neben vielen anderen Details im Pixar-Arbeitsalltag dafür, dass sich die Mitarbeiter bei Pixar extrem wohl fühlen. Und genau das wiederum ermöglicht Pixar, die talentiertesten Leute im Animationsfilmbusiness zu holen und zu halten. Und genau dieses Kollektiv von genialen Talenten fährt Pixar einen Erfolg nach dem anderen ein.

Andrew Stanton, who directed Wall-E, was a key figure behind Finding Nemo, which won two Oscars, generated worldwide box-office of $840 million, and became the best-selling DVD of all time. But Stanton didn’t follow the success of Nemo by offering himself to the highest bidder or demanding perks and special treatment. He went back to his job as an employee of the studio, to pitch in on other films and eventually begin work on his next major project.

Also, Agenturen, die Frage ist relativ simpel: Bietet Ihr den Talenten, die Ihr gerne haben wollt, den besten Arbeitsplatz, den sie sich vorstellen können?