Frank Rieger beim DLD

Vorhin kurz Frank Rieger vom CCC im Interview mit Jeff Jarvis im Livestream des DLD gesehen. Dazu drei Beobachtungen:

  1. Rieger bringt seine Forderungen an die Unternehmen und Startups im Raum schön auf den Punkt: Alles muss standardmäßig verschlüsselt werden und es braucht totale Transparenz im Umgang mit den Daten der Kunden. Welche Daten werden gespeichert, was passiert mit den Daten und welche Erkenntnisse hat das Unternehmen aus den Daten gezogen? All das mindestens einmal im Jahr automatisiert per Email.
  2. Selbst Jarvis war überrascht, wie optimistisch Rieger im Bezug auf die ganze Sache ist. Rieger begründet das damit, dass nun die Fakten zur Überwachung auf dem Tisch liegen und eine richtige Diskussion möglich ist. Man merkt ihm an, dass er mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung aus der Arbeit des CCCs z.B. auch bei den Cryptowars in den 90ern1 weiß, wie lange solche politischen Prozesse dauern. Das hilft ungemein, den Blick wieder etwas zu weiten.
  3. Jarvis selbst versucht immer wieder seine Post-Privacy-Agenda einfließen zu lassen und wirkt dabei gerne wie ein Botschafter der US-Unternehmen, denen er damit in die Hände spielt. Aber ich war auch vorher schon nicht gerade ein Fan von ihm.

An der Stelle sei auch noch mal auf das großartige Buch Arbeitsfrei von Rieger und Constanze Kurz hingewiesen, in dem sie das Nehmen-uns-Maschinen-die-Arbeit-weg-Thema durch praktische Beobachtungen angehen.


  1. An der Stelle noch mal der Hinweis auf die großartige Folge 30 des Alternativlos-Podcastes, in dem Frank Rieger und Fefe die Geschichte der Kryptografie erzählen.  

Webperlen vom 12.01.2014

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Webperlen vom 3.01.2014

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Webperlen vom 2.11.2013

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Webperlen vom 30.10.2013

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Webperlen vom 25.10.2013

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Webperlen vom 23.10.2013

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Die Sicherheit von iMessage

In den letzten Kontaktdetails schrieb ich noch von der angeblichen Sicherheit von Apple’s iMessage und dass sich der Code nicht einsehen lässt. Letzte Woche haben nun zwei Experten von Quarkslab gezeigt, dass es eine theoretische Unsicherheit in iMessage gibt. Herausgefunden haben sie das durch ‚reverse engineering‘. Fazit nach meinem Verständnis: Apple besitzt theoretisch die Möglichkeit die Schlüssel, mit denen Nachrichten zwischen Benutzern ausgetauscht werden, auszutauschen und so die Nachrichten mitzulesen. Apple selbst sagt, dass das reine Theorie sei und sie dafür die aktuelle Infrastruktur für iMessage umbauen müssten. Leider zeigt das Beispiel Lavabit, dass das Szenario kein pures Hirngespinst ist. Ein US-Geheimdienst könnte durchaus Apple dazu zwingen, dies für bestimmte Fälle zu implementieren und dann Apple ebenfalls dazu zwingen, dies zu verheimlichen. Was aber klar scheint ist, dass das Ganze derzeit nicht mit der breiten Masse funktioniert.

Einer dieser Tage

Es ist einer dieser Tage, an denen ich mich frage, wie ich mich auf meine Arbeit konzentrieren soll, wenn es sich so anfühlt, als würde sich da draußen gerade alles auf den Kopf stellen, insbesondere, was die Grundlagen meiner Arbeit angeht: digitale Technologie und das Internet. Ach ja, und Demokratie. Leider kommen solche Tage in den letzten Monaten immer häufiger vor. Die Enthüllungen um [PRISM, Tempora und xKeyScore][6] und die vielen anderen Überwachungsprogramme der Geheimdienste greifen nicht nur die Grundlagen der digitalen Kommunikation an, sondern auch die Fundamente unserer Gesellschaft, wenn Werte wie die Pressefreiheit und das Recht auf Privatsphäre nicht mehr geschützt werden. „Einer dieser Tage“ weiterlesen