Wooster wehrt sich

Wooster Collective, das wohl beste Blog zum Thema Streetart und urbane Kunst, kriegt gerade etwas auf die Fresse, weil sie sich zu einigen Themen kritisch geäußert haben. Nun haben sie zu der Kritik Stellung genommen und die ist ausgesprochen lesenswert.

Here’s some what the Spring Street experience taught us:
  1. That we only want to be around passionate people in our lives.
  2. That if you put all your heart and soul into something, you can achieve anything – absolutely anything.
  3. That it’s not possible to please everyone. That the more people you please, the more people will want to take you down.
  4. That you must trust your instincts. Don’t let people tell you that things have to be done a certain way. They don’t.
  5. Share things with others. Don’t make it all about you. Make it about „us“.
  6. Keep listening and keep learning.
  7. Take criticism seriously, but don’t let it stop you from doing what you want to do.
  8. Be true to yourself.

Ich bin ein großer Fan von Wooster, gerade weil sie nicht einfach nur Bilder von Streetart posten. Vielmehr vermitteln sie einen persönlichen Eindruck der weltweiten Streetart-Community. Sie stellen Künstler vor und teilen ihre Gedanken mit, so wie es sich für ein Blog gehört.
Es ist spannend zu beobachten, was passiert, wenn ein Blog sehr populär wird. Plötzlich stellen alle möglichen Leute Ansprüche. Dabei ist es nach wie vor ein persönliches Blog mit subjektiver Meinung und völliger Handlungsfreiheit der Autoren.

Meine Kulturplatte

Kulturplatte

Rob Dyrdek:

I’m 31 and everyday I run from the cops, just like the kids do.

Rob Dyrdek ist Skate-Pro und hat in seiner Heimatstadt einen Park für Skater gebaut, der sich an den aktuellen Streetskateinteressen orientiert. Um die Idee und die Umsetzung in andere Städte zu transportieren hat er mit Kirk Dianda eine Doku gedreht. Mehr über den Prozess bei Apple.

Wie Kathy Sierra so richtig festgestellt hat ist Skaten und die Kultur dahinter soviel mehr als ein Haufen von schlabberhosigen Kids, die unsere friedlichen Städte verunsichern. Fast alles, was ihr an frischem Design im Mainstream seht, hat irgendwann mal in der Street Culture begonnen. Das gilt für Klamotten genauso wie für Werbung und Kunst. Wenn ihr euch also mal wieder über ein paar Sticker mit seltsamen Zeichen und Scribbles an nem Laternenpfahl ärgert. Macht euch locker. Noch ein Jahr in Deutschland, dann sind die Sticker Werbung für die PSP oder das letzte Sony-Ericsson-Handy. Streetart ist jetzt schon wieder woanders.

Was mich sowohl beim Skaten als auch bei Streetart z.B. inspiriert ist die veränderte Wahrnehmung, mit der man sich durch die Stadt bewegt. Ein Skater sieht überall Treppen, Handgeländer und Lücken, die es zu bezwingen gilt. Ein Streetart-Interessierter schaut sich Schilderrückseiten, Lampenpfähle, Hauseingänge und schmutzige Wände sehr genau an. Beide erschließen sich ihre Stadt ganz anders als die Masse.

Sticker, Streetskating, Hiphop, Graffiti, Projektdenken, Netzkunst, Vinyl-Digging, Plattencover, DJing, Künstler-Communitys, NuJazz, Digital Lifestyle, DIY, Kunst, T-Shirts, Lifehacks, SlamPoetry, Kreative Klasse, Gadgets, Läden = Shop+Galerie+Agentur, kleine Modelabels/Plattenlabels/Buttonlabels/Whateverlabels, Kaffeehäuser, Hinterhofästhetik, Sneaker, verwatzte Clubs, Grafikdesign, Fair-Trade, Balkongrillen, kein 9to5, Schlafzimmerstudios, Gameskultur,… Das sind die Tracks auf der Kulturplatte, die ich langsam reinfade. Klingt gleich ganz anders als die alte Platte, die ich letzte Woche an die Wand genagelt habe (Trackliste: siehe Guerilla Christ)

Das war’s für heute mit dem ungefilterten Einblick in meine chaotischen, verschrobene Gedankenwelt. Ich versuche erst gar nicht, daraus nen vernünftigen Artikel zu machen…