Bezeichnet es nicht als Rückkehr

„Du bloggst nicht mehr auf Deutsch“

Ich finde #fatsix – unser kleines Meetup Freitags um sechs in Kreuzberg, das vor allem dazu dient, einen harten Schnitt zum Wochenende zu machen und eine gute Ausrede bietet, mit Freunden Bier zu trinken – eine wunderbare Einrichtung. Und die regelmäßige Anzahl der Teilnehmer weist darauf hin, dass es wohl nicht nur uns bei Third Wave so geht. In der Regel lässt man die Woche ausklingen, amüsiert sich über den Szene-Klatsch der vergangenen Tage und macht Pläne fürs Wochenende. Alles sehr entspannt.

Neulich bekam ich aber mitten in einer Diskussion zu hören, dass ich ja überhaupt nicht mehr auf Deutsch bloggen würde und dass das nicht gut sei. Äh ja, stimmt, lässt sich nicht von der Hand weisen, wenn man sich die Veröffentlichungsdaten der Artikel unterhalb dieser Zeilen ansieht. Ist auch nicht so, dass ich es nicht angekündigt hätte. Und trotzdem hat mich die Kritik seitdem nicht losgelassen, was weder mit der Form noch mit der Person, die sie äußerte, zu tun hat, sondern allein damit, dass sie einen wunden Punkt traf, der mich schon lange beschäftigt.

Englisch versus Deutsch

Seit meine eigenen Inspirationsquellen mehr aus dem englischsprachigen Teil des Webs kommen, gibt es dieses Tauziehen in mir, in welcher Sprache ich welche Inhalte ins Web stelle. Für beide Seiten gibt es gute Argumente. Ich schreibe derzeit – wenn ich denn mal schreibe – in Englisch. Unter anderem weil ich mich vor allem mit Material beschäftige, das in Englisch publiziert wird. Zudem fühle ich mich derzeit eher einer internationalen Gruppe von Menschen verbunden, die ich wiederum von meinen Gedanken nicht ausschließen möchte. Aktionen wie CoCities und Trips nach London, Amsterdam, New York und Austin haben mich darin bestätigt, was für eine interessante Welt außerhalb der deutschsprachigen Internetszene liegt. Ehrlich gesagt, hat mich auch lange Zeit vieles am sichtbarsten Teil der Blogoshäre in Deutschland so gelangweilt, dass es mir einfach egal war, etwas dazu beizutragen. Ich gehörte wohl zu den wenigen, die Rivva nicht vermisst haben.

Aber nichtsdestotrotz, es juckt mich immer wieder in den Fingern. Das liegt zum Teil daran, dass es mir immer noch einfacher fällt, meine Gedanken in Deutsch genauer zu formulieren, was mir wiederum dabei hilft, die Denkprozesse weiter voran zu bringen. Ich schreibe in der Regel immer noch als erstes für mich selbst, um die Kopfdisko in klare Gedanken zu transformieren.
Was mich aber auch immer wieder herausfordert wieder auf Deutsch zu schreiben, ist die kleine Stimme in meinem Kopf, die sagt, dass es nett ist, dorthin zu gehen, wo die spannenden Dinge gedacht werden. Wir kommen aber nicht weiter, wenn diese Dinge dann nicht dorthin getragen werden, wo sie noch nicht gedacht werden. Der Kern meiner Arbeit mit Third Wave ist es zu beobachten, wie die Welt und unsere Verhaltensweisen sich durch Technologie verändern und diese Beobachtungen dann so runterzubrechen, dass Menschen (vorwiegend in Unternehmen) sie besser verstehen können. Im letzten Jahr habe ich mich darauf konzentriert, viele neue Ansätze zu beobachten, Muster zu erkennen und Inspiration aufzunehmen. Die Beschäftigung damit fand naturgemäß vorwiegend in Englisch statt (auf johanneskleske.com, Twitter und Tumblr). Vielleicht ist gerade der Zeitpunkt gekommen, den Fokus wieder etwas mehr auf das Weitertragen der Themen zu legen, und zwar auf Deutsch.

Der nächste Schritt

Dies ist sicher keine Ankündigung, dass ich hier wieder regelmäßig auf Deutsch bloggen werde. Die Gesetze des Internets würden mich dazu zwingen, danach für mindestens ein halbes Jahr hier nichts mehr zu veröffentlichen. Insofern: mal schauen. Wie immer ist der Zweck dieses Blogartikels vor allem, meine eigenen Gedanken zu sortieren. Als guter Stratege würde ich jetzt natürlich einen Plan entwickeln, auf welcher Plattform ich welche Inhalte in welcher Sprache veröffentliche. Aber da ich dieses „Projekt“ mit meiner eigenen Aufmerksamkeit bezahlen muss, ist das budgetär leider nicht drin. Stattdessen mache ich das, was jeder machen würde. Ich kaufe mir erstmal ein schönes, neues Spielzeug, mit dem ich ganz, ganz sicher in Zukunft viel, viel mehr schreiben werde. Dann schraube ich statt zu schreiben ewig an nem neuen Theme für das Blog rum usw. Wird lustig, bestimmt. Bis bald…

Nachtrag

Ach, Mist. Das oben geschriebene klingt für meinen Geschmack irgendwie zu arrogant. Als hätte es Deutschland dringend nötig, dass ich wieder auf Deutsch schreibe. Ist natürlich Schwachsinn, ich bin der letzte, der als Digital-Intellektueller taugt. Wenn überhaupt, dann geht’s darum ein bisschen mehr zur Vielfalt beizutragen. Egal, wird schon.

Apple Werbung und, äh, ich

Jaja, ist gut. Ihr könnt aufhören, meine Inboxen zu befeuern. Ich schaue zwar kaum TV, aber inzwischen habe ich auch mitbekommen, dass Apple in seinem aktuellen TV Spot zum iPad bei ca. Sekunde 15 für gefühlte 2,5 Frames das Cover von der Brand Eins zeigt. Hätte nie geglaubt, dass ich meinen kläglichen Ruhm mal einer leuchtenden Signalfarbe verdanken werde. Auf den OpenSource-/DIY-Events der Republik brauche ich mich wohl erst mal nicht mehr blicken lassen. Apple-Werber werden da nicht so gerne gesehen. Aber ein dicker iTunes-Gutschein von Seiten Apples wäre doch mal drin, oder? Immerhin will das neue iPad ja gefüllt werden 😉

Warnung

Look, Mom...

Nicht erschreckend, wenn ihr den nächsten Monat (ab dem 26.3.) im Zeitschriftenladen eures Vertrauens vorbeischaut. Ich bin’s nur. Wie’s dazu kam, könnt ihr hier nachlesen. Mehr zum Thema des Artikels gibt es in diesem Interview, das Markus Albers für sein Buch Meconomy mit mir geführt hat.

Was Rhein-Main zu bieten hat

Eine weitere Frage aus meinem formspring.me-Account.

Frage: Du als Rhein-Mainer, was schätzt Du an der Region Frankfurt Rhein/Main am meisten? Was findest Du besonders charmant und was liegt Dir am Herzen?

Antwort: Was ja die wenigsten wissen: mit dem Umzug aus Karlsruhe in die Region Frankfurt bin ich nach 29 Jahren an meinen Geburtsort zurück gekehrt. Hier habe ich mein erstes Lebensjahr gewohnt, bevor es über Erzhausen (zwischen Frankfurt und Darmstadt) nach Darmstadt ging, wo ich den Großteil meiner Kindheit und Jugendzeit verbracht habe, bevor ich zur Diplomarbeit 2005 nach Karlsruhe gezogen bin.

Ich komme also von hier, der Großteil meiner Familie wohnt hier und mehr und mehr entdecke ich auch die weiteren Vorzüge der Region. „Was Rhein-Main zu bieten hat“ weiterlesen

Irgendwo zwischen Zufriedenheit und Progression

Eine Frage, die mir bei Formspring gestellt wurde, fand ich so spannend, dass ich die Antwort hier wiedergebe.

Frage: Gibt es was Grundlegendes das du an deinem Lebensstil, deiner Lebensweise noch ändern möchtest-Vorsätze, Einstellung usw. -oder würdest du dich als grundsätzlich zufrieden bezeichnen?

Antwort: Das ist eine sehr spannende Frage, die mich gerade sehr intensiv beschäftigt.

Ich lebe seit meiner Teeniezeit mit dem einen Extrem. Ich bin niemals zufrieden und möchte eigentlich immer alles verändern. Bin ich an einem Punkt angekommen, ist mein Kopf schon auf dem Weg zum nächsten. Müsste ich mein Wesen mit wenigen Worten beschreiben, so würde ich sagen, dass ich beständig auf der Suche nach dem nächsten Schritt, der Verbesserung, dem höheren Level bin. Dieser innere Drang hat mich an den Punkt geführt, an dem ich mich gerade befinde. Es ist inzwischen u.a. Teil meines Jobs, immer nach den neusten Entwicklungen Ausschau zu halten, sie zu bewerten und für Agentur und Kunden anwendbar zu machen. „Irgendwo zwischen Zufriedenheit und Progression“ weiterlesen

Relaunch – Bloggen vs. das Echtzeitweb

Weblogs können einem fast leidtun. Vor nicht allzu langer Zeit waren sie noch das Zentrum des Social Web, die zentrale Kommunikationsform der Konversation im Web. Dann kam mit Twitter und „Schnell-Blog-Diensten“ wie Posterous und Tumblr das Echtzeitweb. Nun scheint es vor allem um Geschwindigkeit zu gehen und da brauchen längere Blogtexte zu viel Zeit.

Wenn ich mir die Artikelfrequenz auf diesem Blog anschaue, seitdem ich Twitter nutze und auf johanneskleske.com per Posterous all das spannende Zeug sammle, was andere veröffentlichen, wird schnell klar, dass ich da keine Ausnahme bilde. War dieses Blog lange mein zentrales „Veröffentlichungsorgan“, so gibt es davon nun einige mehr. Zeit also, das ganze mal neu zu sortieren. „Relaunch – Bloggen vs. das Echtzeitweb“ weiterlesen

Alltagsdesign oder den Alltag gestalten

The new living room (teaser)

Sonntagmorgen im neuen Wohnzimmer, Musik aus Spotify, frischer Kaffee aus der French Press, gesättigt vom selbst gebackenen Brot und Sonnenschein durch die Balkontür. Eine hervorragende Gelegenheit, um die letzten Wochen ein bisschen Revue passieren zu lassen.

Angekommen sind wir. Aber ich bin noch dabei, den neuen Alltag zu entwickeln.

ist derzeit meine Antwort auf die ständige Frage, ob ich mich den schon eingelebt hätte. Wie vermutet hat sich der Alltag für mich mit dem Umzug nach Offenbach ziemlich umgestellt und ich bin dabei, die verschiedenen Möglichkeiten der Gestaltung auszuloten, bevor ich mich auf bestimmte Routinen festlege und andere bewusst vermeide. „Alltagsdesign oder den Alltag gestalten“ weiterlesen

Ciao Karlsruhe

Nun ist der Moment also doch gekommen. Nach vier Jahren werde ich Karlsruhe verlassen und nach 29 Jahren an meinen Geburtsort Frankfurt zurückkehren. Nachdem ich in den letzten beiden Jahre vier Stunden täglich mit Pendeln verbracht habe, möchte ich diese Zeit nun anders investieren. Anfang des Jahres hatte ich mir vorgenommen, das Jahr nicht mehr in Karlsruhe zu beenden. Jetzt hat sich die Möglichkeit ergeben, die Wohnung eines Kollegen zu übernehmen und ich habe zugegriffen. „Ciao Karlsruhe“ weiterlesen