…und jetzt?

Die Diplomarbeit ist abgegeben. Bei der Gelegenheit habe ich auch erfahren, dass es entgegen anders lautenden Informationen doch eine Diplomverleihung geben wird. Und die findet am 10. Februar statt, mitten in meinem Londonaufenthalt. Klasse, ich verpasse meinen eigenen Abschluss. So ne Kacke.

Nun wo die Diplomarbeit abgeschlossen ist kann ich mich voll dem Satz widmen, den ich in den letzten Tagen wohl am häufigsten gehört habe: „Glückwunsch. Und jetzt?“ Wenn ich das selbst mal so genau wüsste. Die nächsten Wochen werden auf jeden Fall extrem spannend. Um für mich selbst den Prozess klarer zu machen, werde ich hier meine Gedanken sammeln und festhalten.

Zum Start gibt es erstmal ein Zitat von Alexandra Maria Lara aus der aktuellen Galore:

27 ist ein super Alter, um damit anzufangen, nur noch das zu machen, was man möchte.

Abgabe und kollektive Intelligenz bei der Korrektur

Die zwei Ausgaben meiner Diplomarbeit für die Referenten sind fertig. Heute geht es nach Darmstadt zum Abgeben. Damit bleibt mir soviel Zeit wie noch nie, um mich auf die Abschlusspräsentation beim Kolloquium am 3. Februar vorzubereiten.

Noch ein Nachtrag zum Thema Korrektur: Während ich vor meinem Bildschirm saß und merkte, wie mit jeder Korrektur meine Diplomarbeit ein kleines bisschen besser wurde, verschwand die Abneigung gegenüber der Kritik vollständig und schlug in Begeisterung um. In meiner Diplomarbeit habe ich häufig den Begriff kollektive Intelligenz benutzt. Und zum Abschluss dieser Arbeit durfte ich den Effekt mit schließlich acht Lektoren noch einmal voll genießen. Fast jeder Lektor hat Fehler gefunden, die sonst niemand entdeckt hat. Viele haben geholfen, holprige Sätze besser zu formulieren und unwissenschaftliche Aussagen deutlich gemacht. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an die Lektoren, die sich einfach so extrem viel Zeit genommen haben. Ihr seid die derbsten!

Meine Hassliebe zu Korrektur

Ist schon ein tolles Gefühl, wenn nach Monaten, in denen man sich nur mündlich und andeutungsweise über sein Diplomthema geäußert hat, nun die Thesen auf Papier stehen und das erste Feedback der Lektoren eintrifft. Meine Unsicherheit, ob das alles überhaupt Sinn macht oder ob ich einfach nur Müll in meinem verworrenen Hirn verzapft habe, nimmt zusehends ab.

Ich habe ja schon mal erwähnt, dass dies meine erste Arbeit mit wissenschaftlichem Anspruch überhaupt ist. Umso mehr ist es notwendig, dass geübte Augen das gGeschriebene korrigieren. Ich bin sehr dankbar für jeden, der die nicht gerade geringe Arbeit des Korrekturlesens auf sich nimmt. Jeder Hinweis auf einen Fehler oder Unverständliches macht meine Arbeit ein kleines Stück besser. Jede Herausforderung schwammige Darstellungen klarer zu formulieren hebt das Niveau ein Stückchen mehr.
Auf der anderen Seite empfindet irgendetwas in mir jede Korrektur als einen kleinen, persönlichen Angriff. Auch wenn es eigentlich nur um Text auf einem Papier geht, so fühlt es sich doch auch immer als eine Kritik an mir als Person an. Dass das in keiner Weise stimmt und dass durch den hohen Aufwand, den die Lektoren auf sich nehmen, sie vor allem Wertschätzung ausdrücken, hilft nur im Kopf, aber nicht im Bauch. Aber hey, ich habe schon so viel während dieser Diplomarbeit gelernt. Da ist eine kleine Lektion in Kritikfähigkeit am Ende sicherlich auch noch drin.

(schnelle) Lektoren gesucht

Mir springen gerade reihenweise die Lektoren ab. Hab’s halt verkackt und zu lange gebraucht, um die Texte fertig zu bekommen. So ein Mist. Hat zufällig noch jemand die nächsten zwei Tage Zeit, um meine Diplomarbeit (ca. 90 Seiten Text) Korrektur zu lesen?

Update: Vielen dank an alle, die sich spontan gemeldet haben. Ihr seid die derbsten!!!

Shopping

Heute galt es, mal ein bisschen shoppen zu gehen und das Geld von Weihnachten und Geburtstag auf den Kopf zu hauen. Da DVDs ja gerade ordentlich im Preisverfall sind, haben drei davon ihren Weg in meine lächerliche Sammlung gefunden.

Ich bin ein großer Fan der filmischen Erzählweise von Hero und House of the Flying Daggers, episch und poetisch, voller Eleganz und Style ohne Ende. Zu Sideways muss ich demnächst noch mal mehr schreiben. Befinde ich mich dank dieses Films doch auf einer ganz eigenen Entdeckungsreise.

Peter Aschoff über Klöster

peregrinatio » Kloster-Kirche

Schließlich sind wir auf das momentan heiße Thema gekommen, inwiefern der Begriff “Kloster” nicht ein besseres Verständnis von radikaler Nachfolge transportiert als das ausgeleierte, schwammige Wort “Gemeinde”. Vorab muss klar sein, dass damit nicht Zölibat (“Keuschheit” kann man auch anders auslegen), Gütergemeinschaft und Wohnen unter einem Dach gemeint sein muss, wenn wir von Klöstern des 21. Jahrhunderts reden. Bonhoeffer hat zum Beispiel die Bergpredigt als “Regel” verstanden. Positiv gewendet macht die Kloster-Metapher (vielleicht ist es ja auch mehr als nur eine Metapher) aber eine Menge Sinn, weil sie einen Lebensstil beschreibt, der vieles einschließt, was nicht jeder bei “Gemeinde” automatisch mithört, was aber im Neuen Testament sehr wohl gemeint ist, wenn es um Christsein und Nachfolge geht.