The New Celebrity

Manchmal werden Wünsche schneller war als man denkt. Als ich den Artikel darüber schrieb, dass ich gerne mehr Leute mit ähnlichen Interessen auf solchen Veranstaltungen wie dieser hier in London treffen würde, waren mir diese drei Typen, die sich ständig im Hintergrund aufhielt noch nicht richtig aufgefallen. Es stellt sich heraus, dass es drei Freunde von Rob aus New York und Austin sind. Matt, Chris und Josh machen das Magazin The New Celebrity und gehören mit zu den lustigsten, kreativsten und inspirierendsten Leuten, die ich seit langem getroffen habe. Sie haben beschlossen, dass die waren Celebritys in ihrem Leben ihre Freunde sind. Deswegen schreiben sie jetzt z.B. Geschichten über sie oder lassen sie ein Teil des Magazins editieren usw.

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Meine Kulturplatte

Kulturplatte

Rob Dyrdek:

I’m 31 and everyday I run from the cops, just like the kids do.

Rob Dyrdek ist Skate-Pro und hat in seiner Heimatstadt einen Park für Skater gebaut, der sich an den aktuellen Streetskateinteressen orientiert. Um die Idee und die Umsetzung in andere Städte zu transportieren hat er mit Kirk Dianda eine Doku gedreht. Mehr über den Prozess bei Apple.

Wie Kathy Sierra so richtig festgestellt hat ist Skaten und die Kultur dahinter soviel mehr als ein Haufen von schlabberhosigen Kids, die unsere friedlichen Städte verunsichern. Fast alles, was ihr an frischem Design im Mainstream seht, hat irgendwann mal in der Street Culture begonnen. Das gilt für Klamotten genauso wie für Werbung und Kunst. Wenn ihr euch also mal wieder über ein paar Sticker mit seltsamen Zeichen und Scribbles an nem Laternenpfahl ärgert. Macht euch locker. Noch ein Jahr in Deutschland, dann sind die Sticker Werbung für die PSP oder das letzte Sony-Ericsson-Handy. Streetart ist jetzt schon wieder woanders.

Was mich sowohl beim Skaten als auch bei Streetart z.B. inspiriert ist die veränderte Wahrnehmung, mit der man sich durch die Stadt bewegt. Ein Skater sieht überall Treppen, Handgeländer und Lücken, die es zu bezwingen gilt. Ein Streetart-Interessierter schaut sich Schilderrückseiten, Lampenpfähle, Hauseingänge und schmutzige Wände sehr genau an. Beide erschließen sich ihre Stadt ganz anders als die Masse.

Sticker, Streetskating, Hiphop, Graffiti, Projektdenken, Netzkunst, Vinyl-Digging, Plattencover, DJing, Künstler-Communitys, NuJazz, Digital Lifestyle, DIY, Kunst, T-Shirts, Lifehacks, SlamPoetry, Kreative Klasse, Gadgets, Läden = Shop+Galerie+Agentur, kleine Modelabels/Plattenlabels/Buttonlabels/Whateverlabels, Kaffeehäuser, Hinterhofästhetik, Sneaker, verwatzte Clubs, Grafikdesign, Fair-Trade, Balkongrillen, kein 9to5, Schlafzimmerstudios, Gameskultur,… Das sind die Tracks auf der Kulturplatte, die ich langsam reinfade. Klingt gleich ganz anders als die alte Platte, die ich letzte Woche an die Wand genagelt habe (Trackliste: siehe Guerilla Christ)

Das war’s für heute mit dem ungefilterten Einblick in meine chaotischen, verschrobene Gedankenwelt. Ich versuche erst gar nicht, daraus nen vernünftigen Artikel zu machen…

Four Eyed Monsters – Der beste Videopodcast

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Four Eyed Monsters ist ein Film und ein Videopodcast von zwei jungen Kreativen, Susan Buice und Arin Cumley. Als sie sich 2002 zu ihrem ersten Date trafen, setzen sie sich die Regel, ausschließlich über Gemälde, geschriebene Botschaften und Videos zu kommunizieren. Davon versprachen sie sich eine tiefere emotionale Verbindung und gleichzeitig die Herausforderung, die Sprache der Kunst weiter zu erforschen. Diese Regel hielten sie für die ersten vier Monate ihrer Beziehung aufrecht. Auf den Erfahrungen aus dieser Zeit basiert der Film. Der Videopodcast begleitet den gesamten Prozess der Entstehung des Films in einer schonungslos offenen Art und Weise.

In November 2005, Arin Crumley and Susan Buice, released 3 video podcast episodes, to
promote their feature film Four Eyed Monsters. Using myspace.com and itunes.com, the video podcasts received 60,000 downloads. In doing so, Arin and Susan began amassing an army of citizen marketers, who now promote them, Four Eyed Monsters, and their video podcasts, on their MySpace profiles or show the video podcast to friends on their iPods.

The video podcast is an online episodic series detailing Arin and Susan’s relationship with each other, the struggle of their creative process, and their quest to get their film released so that they can get out of debt and make their next film. People have been subscribing to the video podcast in droves, using iTunes, which allows them to automatically get each episode as it’s released.

Dieses Beispiel zeigt sehr krass, was gerade im Bereich der grassroots media production innerhalb der Kreativen Klasse so alles geht. Hier sind Leute, die sich mit ihrem Leben in einer kreativen Weise auseinandersetzen und sich nicht um den Mainstream kümmern. Die digitale Revolution ermöglicht es ihnen, relativ einfach einen hochklassigen Videopodcast zu produzieren, der sich wie verrückt durch das Internet verbreitet. Aber diesmal geht es nicht um noch einen Videopodcast über elektronische Spielzeuge, Web 2.0 oder sonstige technische Möglichkeiten. Es geht um Menschen, ihre Beziehungen und Kunst.