N.T. Wright bei Stephen Colbert

Der wohl genialste, noch lebende Theologe, N.T. Wright, war zu Gast beim Colbert Report, um sich mit ihm über das neue alte Verständnis vom Himmel als einem gar nicht so fernen Ort zu unterhalten.

Kubik stellt Fragen

Der eine oder andere mag es schon beim Pfaffe gesehen haben. Wir wurden gebeten für unseren Texastrip eine Präsentation über Kubik zu erstellen…Dauer möglichst unter fünf Minuten. Wie soll man bitte in fünf Minuten Kubik erklären, vor allem weil Menschen dazu neigen, Kubik bewusst misszuverstehen, um möglichst schnell dieses Emerging-Church-Ding in eine Schublade packen zu können.

Wir haben uns dazu entschieden überhaupt nichts über Kubik zu erzählen, sondern einfach nur die Fragen zu präsentieren, die bei uns hinter allem stehen, was wir denken, diskutieren und machen. Daraus ist eine selbstablaufende Präsentation entstanden, die im Wechsel Menschen bei Kubik zeigt und eine Frage stellt.

Seitdem wir diese Präsentation gebaut haben, trifft sie mich jedesmal wieder neu, wenn ich sie sehe. Bisher gab es nichts, was so gut wiedergibt, was mich in den letzten Jahren beschäftigt hat. Schon lustig, wie ein Haufen Fragen Identität geben können.

Habe neulich mit jemandem über Kubik gesprochen und er meinte, dass er nie Teil von Kubik sein könnte, weil es für ihn wichtig ist, dass es gewisse Fixpunkte gibt und bei uns wird halt alles hinterfragt. Und ich kann diese Position sehr gut nachvollziehen. Aber ich merke auch, wie wohl ich mich in diesem Umfeld fühle, wo Unsicherheit und Ungewissheit an der Tagesordnung sind. But it’s just me.

Das grundsätzliche Beschäftigen mit Fragen hat dazu geführt, dass ich mal wieder eine kleine Idee umsetze, die ich schon länger im Kopf habe. In der Seitenleiste auf meinem Blog findet ihr jetzt einen neuen Sideblog mit dem Titel Fragen. Anstatt Linktipps werde ich dort nun wann immer ich Lust habe einfach eine Frage in den Raum stellen, Beobachtungen, Verwunderung oder was auch immer.

Die Kubik-Präsentation findet ihr hier als selbstablaufenden Quicktime-Film.

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Emerging Church Buzzword Bingo

Bei einem der tausend Meetings hier wurde mir das Buzzword-Blah zu bunt. Zeit, das ganze in ein Spiel zu verwandeln: Emerging-Church-Buzzword-Bingo. Wenn ihr das nächste mal in einem Emerging-Church-Meeting hockt, nehmt ein Stück Papier zur Hand, malt ein Quadrat mit 16 Felder auf und füllt die Felder mit nachfolgenden Buzzwords. Dann kreuzt ihr während des Gesprächs jedes Feld an, dessen Buzzword fällt. Wer zuerst eine horizontale, vertikale oder diagonale Reihe voll hat, schreit laut Bingo.

Hier ist die Liste (funktioniert nur in englisch-sprachigen Treffen gut):

  • Missional
  • Post-Christian
  • Catalyst
  • Hierarchy
  • Relationship
  • Emerging Church
  • Grassroots
  • Process
  • Postmodern
  • Incarnation
  • Leader
  • Traditional Church
  • Leadership
  • Early Adopters
  • Monasteries
  • Structure
  • Apostle
  • Innovation
  • Paradigm Shift
  • Diverse
  • Entity
  • Experiential
  • Incubator

Erweiterungen der Liste sind willkommen.

Texas, are you ready?

Zeit für ein Geständnis: Seit einiger Zeit treffe ich mich regelmäßig mit Mark, Denis, Daniel und Björn von Kubik. Wir sind seit langem die lasche christliche Männerwelt satt und beschäftigen uns damit, was ein richtiger Mann ist. Nachdem wir nun gemeinsam den ungezähmten Mann durchgearbeitet haben (christlicher Buchklassiker) wird es Zeit für den nächsten Schritt. Deshalb fliegen wir nächste und übernächste Woche nach Texas, um die Wildheit unseres Herzens wieder zu entdecken. Vor uns liegt eine Zeit des Präriereitens, Büffeljagens, am Bach rasieren und bei Lagerfeuerschein einander unsere Herzen offenbaren. Wir gehen als weiche Stadtjungs und werden als harte Wüstenmänner zurückkehren.

Hm, meint ihr, dass die Story als Ausrede funktioniert, warum wir zu einer Emerging-Church-Networking-Konferenz fliegen und mal wieder nur Männer dabei sind…



Ok, war gelogen. Eigentlich habe ich das oben nur geschrieben, weil ichs lustig fand und euch so mitteilen wollte, dass ich am Samstag zum ersten mal den großen Teich überqueren und für zwei Wochen mit tollen Leuten in Austin und Houston chillen werde.

Emerging church: Builders & Doers vs. Whiners & Trolls

Aus der Web-2.0-Ecke kommt mal wieder ein Artikel, der meine aktuellen Gedanken über das ganze Emerging-Church-Ding zusammenfasst:

There are generally two types of people in the world: Builders & Doers and Whiners & Trolls

Vitamin Features » Builders & Doers vs Whiners & Trolls

Update: Als ich diesen Beitrag für mein englisches Blog geschrieben habe ist es etwas mehr geworden. Da der Post aber leider auch sehr gut ins deutsche Umfeld passt hier der Link.

Komplex…

…ist meine Antwort, wenn mich Leute fragen, wie London war. Ich bin immer noch dabei, für mich rauszufinden, wie London denn nun für mich war. Gut war es definitiv. Lehrreich ebenso. Während ich das hier anfange zu schreiben und darüber nachdenke, fange ich an mich zu fragen, warum ich eigentlich aus sowas immer mit einem Fazit und Resultat gehen muss. Kann ich die Zeit nicht einfach so für sich stehen lassen? Die guten Zeit gut und die schlechten Zeiten scheiße sein lassen. Vielleicht sollte ich einfach nicht bewerten, ob sich die Zeit gelohnt hat, sondern einfach nur ein paar Geschichten erzählen.

Zum Beispiel von Vorurteilen. Ich gebe zu, ich habe eine Menge davon. Und eine große Anzahl beziehen sich auf Amis. Immerhin habe ich es in den letzten Monaten geschafft, diese schon mal soweit abzubauen, dass ich nicht die ganze USA für Großtexas halte. Trotzdem war ich eher kritisch, als klar war, dass ein Haufen Amis für die Woche nach London kommen würde. Ich ging automatisch davon aus, diese ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein mitbringen würden. Ich erwartete ungefragte Antworten zum EmergingChurch-Alltag und wie das Leben funktioniert. Noch ein Geständnis: Ich neige zu einer gewissen Arroganz, was Kubik und die europäische Emerging Church angeht. Ich denke gerne, dass wir schon viel mehr gecheckt haben. Entsprechend distanziert verhielt ich mich in den ersten beiden Tagen bis mir irgendwann auffiel, dass diese Amis (fast alle Texaner) irgendwie anders waren. Sie stellten Fragen, sie hörten zu, sie waren zurückhalten und sie zwangen sich niemals auf. Mehr und mehr stellte sich heraus, dass sie gekommen waren um zu lernen und zu dienen (und zwar uns und nicht ihrem Ego). Kurzum, ich habe in der vergangenen Woche sehr demütige Texaner kennengelernt. Tja, da geht es hin, mein Vorurteil. Als diese Erkenntnis durch meinen Dickschädel gedrungen war, stellte ich fest, dass ich dabei war zu dem zu werden, was ich von den Texanern erwartet hatte, arrogant und unwillig zu lernen. Ganz schön seltsam, wie sich sowas einschleicht. Die Erkenntnis kam zur rechten Zeit und somit wurde der Rest der selbigen wirklich schön.

Ken ist einer der Texaner. Er war die meiste Zeit seines Lebens Pastor bis er merkte, dass das alles nicht mehr passte und ausstieg. Nun leitet er eine kleine Kaffeehausgemeinde in Houston. Ken ist durch und durch Texaner und trotzdem habe ich in dieser Woche einige Dinge von ihm gelernt und seine Lebenserfahrung genossen. Am Ende hat mir seine Frau erzählt, dass die Begegnung mit uns für Ken sehr wichtig und berührend war. Dieser ganze neue Weg ist für ihn schwierig und vage. Uns zu treffen und von Kubik zu hören hat ihm Bestätigung gegeben, dass er richtig liegt und dass es noch andere Menschen gibt, die so ticken wie er. Hier ist ein Texaner, der nach London kam, um von Europäern zu lernen. Dann mal auf zum nächsten Vorurteil…

Ein DJ, mein Glaube und unser Mix

Kubik-Remix-1

Der Kubik-Gottesdienst vom Freitag war ein sehr krasser für mich. Es war der letzte vor unsrer April-Pause. Das Ziel von Daniel und Mark war, uns auf die vor uns liegende, intensive Phase vorzubereiten. Dazu haben sie das Bild des DJs aus Steve Taylors Out of bounds church?-Buch benutzt und deutlich erweitert. Steve erklärt anhand des DJs, dass emerging churches zwei Platten mixen, nämlich die Platte Gottes und die Platte der Kultur um sie herum.

Nach Mark und Daniel hören wir alle einen Mix, ob nun emerging church oder FeG. Wir alle leben einen Glauben, der ein Mix aus Gottes Beat und dem Sound unsrer Kultur ist. Wir haben Gottes Ideen genommen und sie auf unser Umfeld angepasst. So hat sich durch das Aufwachsen in einer Pfingstgemeinde in mir ein bestimmter Mix entwickelt, der Gottes Ideen und die pfingstliche Kultur vermischt. Wenn ich das Wort ‚Predigt‘ höre, höre ich nicht nur Gottes Prinzip, sondern auch das, was Pfingstler daraus gemacht haben. Das große Problem daran ist, dass dieses Verständnis von Dingen einem immer als Gottes reiner Beat verkauft wird. Man hört seit Ewigkeiten diesen Mix und hält ihn für Gottes Platte. Umso verstörter wird dann reagiert, wenn man versucht, die Kulturplatte runterzufaden, um eine andere reinzumixen. Denn scheinbar nimmt man ja Teile von Gottes Platte weg. Kein Wunder, dass wir häufig so einen Gegenwind spüren, wenn wir Dinge neu anzugehen versuchen.

Wie Radek uns im Gottesdienst bei seiner Kurzeinführung zum Mixen erklärte, macht man bei jeder neuen Platte ein Beatmatching, d.h. man passt die neue Platte auf die Geschwindigkeit der alten an und versucht dann, die Schläge von beiden so übereinander zu legen, dass es wie ein Rhythmus klingt. Wer das schon einmal versucht hat, weiß, dass das gerade zu Beginn alles andere als leicht ist und einige Versuche braucht. Ähnlich ist es auch bei unserem Mix aus Gottes Platte und der neuen Kulturplatte, die wir auflegen wollen. Gerade zu beginn, passt es noch nicht so ganz und wir brauchen einen neuen Anlauf. Nur wer dran bleibt und nicht beim ersten Fehlversuch direkt aufgibt, wird durch einen neuen Mix belohnt, der sich hören lassen kann.

Kubik-Remix-2

Mir hat diese vertiefte Metapher des DJs und des Mixens sehr geholfen, einen bildlichen Ausdruck für die Dinge zu finden, die mich gerade beschäftigen. Zum einen nervt es mich wahnsinnig, dass mir jahrzehntelang ein bestimmter Mix als Gottes Platte verkauft wurde ohne mir die Freiheit zu lassen, meine eigene Kulturplatte zu pressen und einzubauen. Zum anderen hilft das Bild mir auch, mehr Verständnis zu entwickeln für die Kritiker und für die mit Unverständnis für die ganzen frischen Ansätze. Schon mal versucht, nem Hardcore-Hiphop-Head ein bisschen Jazz unterzumixen?

Wo das Bild ein bisschen hackt ist, dass ich bei meinem Mix halt nicht einfach die Kulturplatte runterfahren kann und dann Gottes Beat pur höre. Ich kann nicht so ohne weiteres sagen, was in meinem Glauben und meiner Beziehung zu Gott ausschließlich Gott und was kulturelle Prägung usw. ist. Und genau das wird die spannende Herausforderung bei Kubik, der wir uns stellen wollen. Deshalb haben wir am Ende des Gottesdienst unseren alten Mix symbolisch als Platte auf einen Altar gehämmert und freuen uns auf eine Menge göttlichen Minimal in den nächsten Wochen.

Mehr zu dem Gottesdienst bei Daniel.

Mehr Bilder zum Gottesdienst in meinem Kubik-Set bei flickr.

Poetry aus dem Gottesdienst beim Pfaffe.

Podcasting – Monolog vs. Diskussion

Jason und Peter schreiben darüber, dass mit Podcasting der Monolog neue Beliebtheit bekommen hat, obwohl doch heute alles nach Interaktion schreit und deswegen Predigten immer unbeliebter werden (wenn ich überlege, wieviele Predigten ich in meinem Leben schon gehört habe, die mehr als 45 Minuten gedauert haben, wird mir schlecht). Dazu hier mal verschiedene Gedanken. Monologe können sehr unterschiedlich sein. Die wenigsten Podcasts sind Lehreinheiten, die länger als 30 Minuten gehen. Viele enthalten kurze, persönliche Anekdoten, Musik oder sonstige Inhalte, die in kurzen Einheiten vermittelt werden. Der große Vorteil des Podcasts gegenüber der Predigt ist ja, dass ich ihn jederzeit unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen kann. Die wenigsten längeren Podcasts höre ich am Stück. Podcasts könnten somit eine Inspirationsquelle sein, wie sich Predigten ertragbarer gestalten lassen: persönlicher, episodenhafter, abwechslungsreicher. Und Pausen schaden auch keinem. Vielleicht sind Gemeinden ja irgendwann soweit, dass man zwei Pausen pro Predigt hat, in denen sich jeder nen Kaffee holen kann (an noch revolutionäreren Ideen mag ich gar nicht denken). Was habe ich in meiner alten Gemeinde immer für Blicke geerntet, wenn ich mir in den Lobpreiszeiten bei McD nen Cappuccino geholt habe, um die Predigt irgendwie halbwegs wach überstehen zu können. Die Jugend war neidisch und die Älteren waren entrüstet. Ist schon immer wieder lächerlich, wegen was sich in Gemeinden aufgeregt wird…

Aber zurück zu Podcasts. Die, die ich am liebsten höre, werden in der Regel von mehreren gemacht. Z.B. This Week In Tech. Da hocken ca. einmal die Woche ein paar Geeks zusammen und bereden die neusten Web- und Tech-Nachrichten. Das ganze ist vielmehr als eine Nachrichtensendung, weil jedes Thema, teilweise sehr kontrovers, diskutiert wird. Dadurch bekommt man nicht nur Informationen, sondern ein Gefühl für das ganze, das hinter der Nachricht steht und welche Bandbreite von Meinungen es dazu gibt. Es entsteht Wissen.

Ich finde Podcasts in dem Zusammenhang ein sehr interessantes Mittel der Wissensentwicklung und -vermittlung. Beispiel emerging church. Es herrscht superviel Verwirrung über Definitionen und Inhalte. Was würde passieren, wenn eine Gruppe sich regelmäßig über bestimmte Themen austauschen und das ganze als Podcast veröffentlichen würde? Die Zuhörer könnten sich ein viel umfassenderes Bild machen und ein Gefühl für das entwickeln, was hinter den Buzzwords steckt. Missverständnisse, wie sie bei Blogposts häufig auftreten, könnten in der Diskussion direkt ausgeräumt werden. Versteht ihr, worauf ich hinaus will?

Hey, wo wir gerade dabei sind, will jemand ideanation mit mir machen (das christliche Pendant zu diggnation, ein wöchentlicher Podcast, der die interessantesten Themen von digg.com diskutiert)? So ne Art satirischer Rückblick auf eine Woche Nachrichten bei idea spektrum (bewusst keine Verlinkung). Muahahahaha, ich glaube, das würde ausarten…

Damit hätte ich mal wieder Arbeit und Gemeinde miteinander verbunden. Schaffe hier in München gerade an einer Recherche im Bereich Podcasting.

Randnotiz: Da ich gerade etwas mit meiner Vergangenheit im christlichen Ghetto hadere, kommt meine alte Gemeinde hier schlechter weg als sie eigentlich war.  

Hardcore-Networking-Weekend

Was für ein Wochenende! Bei mir ging’s schon am Mittwoch los, wo wir uns als Team (Daggi, Markus, Mark, Daniel, Philipp und ich) getroffen haben, um das Wochenendseminar ‚Von den Mönchen lernen‘ vorzubreiten. Ist schon spannend, wenn man als Team von Kreativen, Denkern und Theologen gemeinsam ein fundamentales Thema wie z.B. eine Lebensregel angeht. Bei uns hat das bisher bei jedem Treffen zu grundlegenden Neuentscheidungen und Umdenken geführt, weil wir merken, dass manches nicht so funktioniert wie gedacht und sich Dinge in eine andere Richtung weiterentwickeln als geplant (s. dazu Product roadmaps are dangerous). Ich mag das. Wir wachsen jedes mal ein Stück mehr zusammen und merken besser, wie wir funktionieren. Freundschaften wachsen und die Arbeit tritt mehr in den Hintergrund. Und nach all meinen Erfahrungen mit Netzwerken ist das das zentrale Fundament für eine langfristige Zusammenarbeit. Der Mittwochabend war dann auch geprägt von gutem Essen und langen Gesprächen sowie einer Menge Blödsinn. Den ganzen Donnerstag über wurden dann geplant, umgeworfen, diskutiert und neu entwickelt.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag hat mich dann die Magen-Darm-Grippe eingeholt, die schon halb Kubik in den Wochen zuvor befallen hatte, und hat mich für den gesamten Freitag außer Gefecht gesetzt. Samstag ging’s wieder einigermaßen, so dass ich das Seminar voll mitmachen konnte. Das Cafe war gerammelt voll. Dabei haben wir tatsächlich nur per Mund, Mail und Blogs eingeladen gehabt. Ist ein krasses Gefühl, wenn die unsichtbare Leserschaft plötzlich als lauter echte Menschen vor einem sitzen. Man fragt sich ja doch öfter mal, ob die ganze Blogsache nicht hauptsächlich technische Spielerei ist. In diesem Sinne war das Wochenende massiv ermutigend. Hufi hat 23 Blogger gezählt.

In den zwei Morgensessions hat Markus Nachfolge als grundsätzliches Thema für die ganze Kloster/Mönchs-Sache dargestellt und dabei auf die Trennung zwischen dem eclesiastischen (Gemeinde mit Gottesdienst) und dem monastischen (Lebensgemeinschaften und Klöster) Model hingewiesen, um dann zu zeigen, dass alle großen Missionsbewegungen, die die Welt verändert haben, aus dem monastischen kamen. Es war noch etwas früh am Tag, sonst hätten wir sicherlich viel Spaß mit unserem Trinkspiel (man muss trinken, wenn die Worte „Bonhoeffer“ oder „Zinzendorf“ fallen) gehabt. So waren wir einfach nur massiv beeindruckt, wie Markus, der die ganze Nacht wegen Krankheit nicht geschlafen hatte, ziemlich frei einen umfassenden Vortrag hielt und das theoretische Fundament für den Rest des Tages vorgab.

Nach der Miitagspause wurde es dann praktisch. Daniel und ich stellten verschiedene Möglichkeiten vor, wie wir Dinge von den Mönchen und Klöstern in unser Umfeld importieren können. Durch meinen Ausfall am Freitag hatte ich leider keine Zeit, meinen Teil vorzubereiten und habe so Daniel den Hauptpart überlassen, was sich als gute Form bewies.

Bevor der Rest des Tages für Austausch und Networking geöffnet wurde, konnte noch jeder Zeug vorstellen, das ihm im Alltag in seiner Beziehung zu Gott hilft. Zur Inspiration dienten auch die Gebetssessions, die das Programm über den Tag immer wieder unterbrachen.

Ich habe das Wochenende besonders genossen, weil ich so viele derbe Leute getroffen habe. Inez und Luett (#), Micha und Dorle (erstaunlicherweise keine Band, wobei ihr als die deutschen White Stripes sicherlich Erfolg hättet 😉 ), Mike (#) und Marisa, Marlen (#), Peter und noch viele mehr. War definitiv das Highlight für mich.

Tut mir ein Gefallen, Leute, und taggt eure Blogposts zum Wochenende mit mönchsseminar (siehe unten). Dann kann man sie viel leichter finden.

Mit Micha und Dorle bin ich dann Sonntagmittag direkt nach Köln gefahren, wo ich Laura besucht und mich am nächsten Tag mit Niels getroffen habe. Dabei ging’s dann wieder mehr um Media System Design, Arbeiten und die Zukunft. Spaß hat es trotzdem gemacht. Ich liebe es Beziehungen zu vertiefen. Und das war der Kern des ganzen Wochenendes. Genial euch alle zu kennen, Leute!

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