Johannes Kleske

Zukünfte verstehen und gestalten

Kategorie: Artikel

  • Highlights und Provokationen von der Konferenz Future Days 2025

    Highlights und Provokationen von der Konferenz Future Days 2025

    Ich bin gerade aus Lissabon zurückgekommen, wo letzte Woche die zweite Ausgabe der Future-Days-Conference stattfand. Es ist ein Treffen, das die progressivsten Denker*innen und Aktivist*innen aus dem weiten Feld der Zukunftsforschung und der sich überschneidenden Disziplinen zusammenbringt. Die Veranstaltung fand in einer der beeindruckendsten Eventlocations statt, die ich je gesehen habe (was du hier sehen kannst).

    (mehr …)
  • Fragen statt Antworten: Der Morgen-Check-in mit KI

    Fragen statt Antworten: Der Morgen-Check-in mit KI

    „Wie fühlst du dich heute Morgen?“ Mit dieser Frage beginnt für mich seit Monaten jeder Arbeitstag. Gestellt wird sie von Claude, einem KI-Sprachmodell von Anthropic. Während die Diskussion um Sprachmodelle sich meist um ihre Fähigkeit dreht, Texte zu generieren und Fragen zu beantworten, habe ich einen anderen Mehrwert entdeckt: ihre Rolle als Fragensteller und aktiver Zuhörer.

    (mehr …)
  • Hands-on statt Hype-Cycle: Der praktische Weg aus dem KI-Diskurs-Dilemma

    Hands-on statt Hype-Cycle: Der praktische Weg aus dem KI-Diskurs-Dilemma

    Wie konkrete Erfahrung die Grundlage für produktive Debatten schafft

    Der KI-Spagat: Zwischen Philosophie und Praxis

    „Wie schützen wir uns vor der existenziellen Bedrohung durch KI?“, fragt ein Experte auf einer Fachkonferenz. Währenddessen sprechen Millionen Menschen täglich mit ChatGPT und Claude (Therapie und Companionship sind der Top-Use-Case für generative KI 2025). Sie lassen sich Lektionen zum Lernen erstellen und führen Gespräche, für die ihnen sonst niemand zur Verfügung steht. Dieses Nebeneinander von philosophischen Grundsatzdebatten und pragmatischer Alltagsnutzung prägt den aktuellen Umgang mit Künstlicher Intelligenz und erzeugt eine Kluft, die sich kaum überbrücken lässt.

    (mehr …)

  • Der 60-minütige Zukünfteworkshop: Gemeinsam handlungsorientierte Szenarien entwickeln

    Der 60-minütige Zukünfteworkshop: Gemeinsam handlungsorientierte Szenarien entwickeln

    Trendberichte stapeln sich, Keynotes inspirieren, strategische Offsites enden mit langen Maßnahmenlisten. Und was passiert danach? Meistens fehlt die Brücke zum konkreten Handeln. Der Engpass ist selten ein Informationsmangel. Was fehlt, sind brauchbare Perspektiven: Szenarien, die nah genug an der eigenen Realität sind, dass ein Team damit arbeiten kann.

    (mehr …)
  • Von Zukunftsnarrative zu umsetzbaren Erkenntnissen: Eröffnung einer Learning Journey in Berlin

    Von Zukunftsnarrative zu umsetzbaren Erkenntnissen: Eröffnung einer Learning Journey in Berlin

    Diese Woche habe ich eine dreitägige Lernexpedition in Berlin für eine Führungsgruppe eines französischen Finanzunternehmens eröffnet. Wie bei jeder Eröffnungs-Keynote stand ich vor der bekannten Herausforderung: Wie kann ich eine typische „Trendpräsentation“ in etwas verwandeln, das die Teilnehmer/innen auf ihrer gesamten Lernreise wirklich befähigt? Meine Antwort: Ich gebe ihnen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie jedes Zukunftsnarrativ selbst dekonstruieren können.

    (mehr …)

  • Trendshows vs. Zukunftskompetenz: Vom passiven Konsumieren zum aktiven Gestalten

    Trendshows vs. Zukunftskompetenz: Vom passiven Konsumieren zum aktiven Gestalten

    1. Das Zukunftsdilemma: Die Mechanismen der Überwältigung

    „The best way to predict the future is to issue a press release.“

    Dieser Satz der Bildungstechnologie-Kritikerin Audrey Watters ging mir durch den Kopf, als ich kürzlich eine typische Trendpräsentation erlebte: Ein Trendscout projizierte in rasantem Tempo eine Kaskade aus Videos und Statistiken. Alle verkündeten Revolutionen und Innovationen. Was ich dort sah, war im Kern eine kuratierte Sammlung von Pressemeldungen und Werbevideos, ohne kritische Einordnung oder Kontextualisierung.

    In den Gesichtern des Publikums zeigte sich, was ich oft beobachtet hatte: Überforderung und Angst, einer unaufhaltsamen Entwicklung ausgeliefert zu sein. Die Fragerunde bestätigte das: „Ich bin völlig erschlagen“, „Wie sollen wir da mithalten?“

    (mehr …)
  • Niemals aufhören zu lernen: Coaching bei der SPEAKERY Masterclass

    Niemals aufhören zu lernen: Coaching bei der SPEAKERY Masterclass

    Man könnte meinen, ein Speaker-Training sei nur etwas für Leute, die noch nicht viel vor Publikum gesprochen haben und ihre Angst davor überwinden wollen. Ich spreche seit 15 Jahren öffentlich. Aber als ich im Oktober 2023 an Marcus John Henry Browns erster SPEAKERY Masterclass in Berlin teilnahm, habe ich in nur zwei Stunden unglaublich viel gelernt.

    Marcus Brown (SPEAKERY) coacht mich live auf der Bühne.
    📷 von Daniel Fürg

    So funktioniert eine SPEAKERY Masterclass

    Das Format ist fantastisch. Er lädt fünf Leute ein, die jeweils einen fünfminütigen Vortrag halten. Dann arbeitet er mit jedem von ihnen live auf der Bühne, um ihre Performance zu verbessern. Das ist sehr intensiv. Nicht nur für die Vortragenden, sondern auf eine seltsame Weise auch für das Publikum. Man lernt nicht nur viel, wenn man ihm beim Coachen zusieht. Man fiebert auch mit den Rednern mit und wird emotional, wenn man sieht, wie sie sich sofort verbessern.

    Bei meinem ersten Mal gab mir Marcus ein Feedback, das ich bis heute nicht vergessen habe. Ich wollte bei meiner Szenario-Beschreibung besonders präzise sein, und das wirkte dann sehr auswendig gelernt. Nicht wie meins. Marcus’ Ansage war klar: Vergiss die Perfektion. Mach es zu deinem Ding. Nimm uns mit in die Welt und beschreibe deine eigene Begeisterung für sie. Dann springt der Funken über. Seitdem habe ich seine Stimme im Kopf, wenn ich einen Vortrag vorbereite, und sie sind alle besser geworden. Als er mich also bat, bei der letzten Speakery Masterclass zu sprechen, war ich dabei.

    📷 von Daniel Fürg

    Was ich gelernt habe

    Aus den Erfahrungen des gestrigen Abends möchte ich vier Dinge hervorheben:

    1. Live auf der Bühne gecoacht zu werden, ist beängstigend. Es funktioniert nur, weil Marcus der sanfteste, fürsorglichste und unterstützendste Coach ist, den man sich vorstellen kann. Er ist besessen davon, einen sicheren Raum für seine Vortragenden zu schaffen.
    2. Öffentliches Reden ist nie fertig. Auch nach 15 Jahren auf der Bühne gibt es immer eine nächste Stufe. Jeder Vortrag, jedes Publikum, jeder Raum bringt neue Herausforderungen. Wer glaubt, irgendwann „angekommen“ zu sein, hört auf zu wachsen.
    3. Das Überraschende an diesem Abend war das Publikum. Jedes Mal, wenn Marcus mir eine Note gab und ich sie ausprobierte, strahlten mich die Leute im Publikum an und nickten begeistert. Dieses unmittelbare Feedback von der Bühne aus zu erleben, war ein unglaubliches Gefühl.
    4. Vergiss nicht, vorher etwas zu essen. Irgendwie hatte ich das vergessen und fühlte, wie das Adrenalin noch stärker in mir hochschoss.

    Wenn ihr also die Chance habt, einer Speakery Masterclass beizuwohnen, dann tut es. Ihr werdet es nicht bereuen. Und wenn Marcus euch fragt, ob ihr einen Vortrag bei einer Masterclass halten wollt, besonders wenn euch die Idee Angst macht, dann sagt sofort zu. Es gibt keine bessere Möglichkeit, in so kurzer Zeit so viel zu lernen. Und wenn es nicht klappt, wissen wir ja, wer schuld ist, oder? Marcus 😉

    Es ist schon komisch, wie schnell man sich mit den anderen Vortragenden des Abends anfreundet. Die Gespräche vor und nach der Veranstaltung waren für mich ein echtes Highlight. Danke, dass ihr eure Geschichten von Herzen auf die Bühne gebracht habt.

    Die Vortragenden der SPEAKERY Masterclass im Januar 2025
    📷 von Daniel Fürg

    Möchtest du den Vortrag lesen, den ich gehalten habe? Zukünfte anders erzählen: Warum Worte Welten verändern