Digitale Transformation hat ein Führungsproblem

Die Digitale Transformation krankt in vielen Unternehmen vor allem an der fehlenden Führung. Eine weitere Studie – diesmal von Bearing Point – beschreibt die immense Lücke zwischen der Wahrnehmung der Führungskräfte und der ihrer Mitarbeiter bei diesem Thema:

„Zwar sei einem Großteil der Angestellten bekannt, dass es in ihrem Unternehmen eine Digitalstrategie gebe, fast die Hälfte empfinde diese allerdings als „nicht transparent“. Viele wüssten weder, warum und wohin sich das Unternehmen mit der Digitalisierung verändern wolle, noch, welche Rolle sie selbst dabei spielen.“

Auch das Thema Fortbildung wird in der Studie aufgegriffen.

„Deutliche Defizite gibt es zudem im Bereich Schulungen. So fehlt es in vielen Unternehmen laut Studie noch an Weiterbildungsangeboten zur digitalen Transformation und an der Vermittlung notwendiger Kompetenzen wie beispielsweise analytischer Fähigkeiten.“

via

Wir haben kein Problem mit der Automatisierung, sondern mit der (Fort)Bildung.

How much future do you have?

Aktuelle Studien kommen vermehrt zu dem Ergebnis, dass die Automatisierung durch digitale Technologien wie künstliche Intelligenz, Jobs nicht vollständig ersetzt, sondern vorrangig verändert. Mensch und Maschine arbeiten zunehmend zusammen, statt dass die Maschine den Menschen überflüssig macht. Jobs fallen nicht einfach weg, sondern bekommen ein anderes Anforderungsprofil. Automatisierung und Fachkräftemangel sind damit nicht entgegengesetzte Probleme, sondern sind miteinander gekoppelt. Dadurch verlagert sich der Fokus von der Frage, ob es diese Jobs geben wird zu der, ob diese Jobs besetzt werden können.

„Wir haben kein Problem mit der Automatisierung, sondern mit der (Fort)Bildung.“ weiterlesen

Innovation bewusst bremsen

Wenn ich bei Vorträgen und Workshops Teilnehmer aus Unternehmen herausfordern möchte, werfe ich in den Raum, dass Geschwindigkeit vielleicht nicht alles ist. Die Blicke sagen mir dann, dass ich wohl gerade etwas nahezu Blasphemisches geäußert habe. Um bei der digitalen Transformation aufzuholen, geben viele Unternehmen die Prämisse „Wir müssen viel schneller werden“ aus. Das ist verständlich. Die Transformation wird vor allem über ihre Beschleunigung erlebt. Andere Aspekte wie Komplexität sind schwerer wahrnehmbar, geschweige denn beantwortbar.

„Move fast and break things“

Mehr und mehr lassen sich inzwischen aber auch die Kosten der Fokussierung auf Geschwindigkeit beobachten: Von Facebook, das nicht so recht weiß, wie es auf den „Missbrauch“ seiner Plattform reagieren soll, bis zur massiven Zunahme von Hacks, Leaks und weiteren Cyber-Security-Themen. Wir sehen die Konsequenzen von „Move fast and break things“ und genau deswegen hinterfrage ich bewusst den Geschwindigkeitsfetisch.

„Innovation bewusst bremsen“ weiterlesen

Zwei Zitate zum Technologiediskurs

Es gibt zwei Zitate, die ich in den letzten 24 Monaten in all meinen Vorträgen und fast wöchentlich in Diskussionen wiederholt habe.

1.

Sufficiantly advanced neglect is indistinguishable from malice.

Deb Chachra

2.

People worry that computers will get too smart and take over the world, but the real problem is that they’re too stupid and they’ve already taken over the world.

Pedro Domingos

The Cleaners – Dokumentation über Datenhausmeister im Kino

2015 habe ich auf Republica u.a. über die sogenannten Datenhausmeister gesprochen: Die Menschen, die die Drecksarbeit der großen Datenkonzerne verrichten und dafür sorgen, dass Big Data sich wie Magie anfühlt. Sie sind das – inzwischen nicht mehr ganz so geheime – dunkle Geheimnis des Silicon Valleys.

Nun kommt mit The Cleaners ein Dokumentarfilm in die Kinos, der sich mit genau diesen Menschen beschäftigt und all den Fragen, die sich um sie, ihre Rolle und die Konzerne, die sie beauftragen, drehen. Hoffnung darf man dabei wohl nicht erwarten.