William Gibson Zitate

Acceler8er hat sich mit William Gibson unterhalten, der für mich mehr und mehr zum wichtigsten Denker in den Bereichen wird, die mich interessieren. Und das vor allem, weil er seinen fantastischen Instinkt mit großer Demut einsetzt. Das unterscheidet ihn aus meiner Sicht von den beiden anderen Schwergewichten in diesem Bereich, Warren Ellis und Bruce Sterling.

Hier einige Zitate aus dem Interview:

The distinction between real and virtual continues to blur. The virtual is colonizing the real, but generally in ways we don’t notice.

The world is always more interesting than some futurist’s vision. If you think it’s not, you’re not really looking.

The Singularity has always sounded to me like a secular version of the Rapture. It seems to fit very neatly into that same God-shaped hole.

In a cyberworld, there’s no need for the suffix, and ours is a cyberworld. In a cyberworld, cyberpunk is punk. But it’s not punk if you call it “cyberpunk”.

Who we are is largely who we meet. Cities are machines that randomize contact. The Internet is a meta-city, meta-randomizing contact.

Die Vermessung des Selbst

Vor ein paar Wochen war Christian Grasse (@chgrasse) bei uns im Büro und hat Peter und mich für eine Sendung zu Quantified Self auf Deutschlandradio Kultur interviewt. Die Sendung kann man jetzt online hören. Ein Manuskript ist ebenfalls verfügbar. Das Gespräch mit Christian hat viel Spaß gemacht, weil seine Fragen durchaus dazu führten, dass wir einige Aspekte weiter gedacht haben, statt nur die Standarddinge zu erklären. Insbesondere die Implikationen für die Gesellschaft bei der zunehmenden Verbreitung von QS sind ein spannendes Thema. Mehr dazu in der Sendung.

Maria Popova aka Brainpicker über Kuration

Design Bureau hat ein großartiges Interview mit Maria Popova aka Brainpicker geführt, weil sie sich ebenso wie wir alle fragen:

Anyone who’s heard of Maria Popova has probably wondered when she sleeps.

In der Tat. Dazu gibt sie folgenden Hinweis:

I hardly ever find myself unable to do anything. I write articles on the subway, conduct interviews from my bike (don’t tell the NYPD), review books on the plane, and listen to the Science Times podcast while shopping. Sad, I know. I might need to go to something like a silent retreat. Is there an app for that?

Maria gehört zu meinen größten Inspirationen, was ihre Arbeit als Scout und Kurator angeht, auch wenn sie ihre Probleme mit letzterem Begriff hat.

I’m very uncomfortable with the word „curation“ as it relates to content because it’s been applied to so much that it’s quickly becoming vacant of meaning. But at the same time, we need to invent new language for these new information systems and, until we do, it’s still the best placeholder.

Volle Zustimmung. Das Wort „curation“ ist im Englischen Web derzeit gehypt wie kaum ein anderes („Gamification“ ausgenommen), weswegen man es automatisch vermeiden möchte. Der Hype kommt aber nicht von ungefähr, scheinen Kuratoren doch eine denkbare Antwort auf die empfundene Informationsflut. Experten, die aus der Masse an (Informations- & Inspirations-)Angeboten die „richtigen“ Auswählen, spielen eine wichtige Rolle, wollen wir diese Aufgabe in Zukunft nicht ausschließlich den Maschinen überlassen.

The more others gravitate to certain types of content, the more it floats to the top of our collective awareness — a dangerous Digg-ification of culture that homogenizes our tastes and buries some of the most interesting nuggets deep below that superficial layer of popular taste.

Unbedingt auch den Rest des Interviews lesen und, für den völlig unwahrscheinlichen Zustand, dass man es noch nicht tut, @brainpicker auf Twitter folgen.

Interview zu Arbeit und Leben

Ich liebe ja Fragen. Die Dinge sind fantastische Trigger für meine Gedankengänge. Das sollte man wissen, bevor man mich interviewt. Sonst ergeht es einem wie Markus Albers, der mir zehn kurze Fragen per Mail schickte und als Antwort 2000 Worte bekam. Der erste Teil ist jetzt online und beschäftigt sich vor allem mit Fragen zu ‚Digital Nomads‘ und der Suche nach dem Traumjob.

Link: “Sicherheiten gibt’s eh keine mehr – macht doch, wofür Euer Herz schlägt” (was übrigens auch der Titel meines neuen Selbsthilfebuchs werden soll…)

Update: Der zweite Teil des Interviews ist mit dem Titel “Ich glaube nicht an ‘Berufe’ – sondern an einen Prozess von Interessen” online gegangen.

OldMedia-Interview zum NewMedia-Wahlkampf

Beim Twittern gefilmt werden.

Zufällig hatte ich heute die Möglichkeit, dem hr ein bisschen was zu Obamas Wahlkampf im Web und den Möglichkeiten für die Parteien in Hessen zu erzählen. Falls dabei ein brauchbarer Satz herausgekommen ist, könnt ihr euch den am Sonntag ab 18h bei defacto anschauen.

Hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, sich über das Thema mit dem Redakteur und seinem Team sowie Herrn Professor Pichler von der FH Wiesbaden, der das Interview in die Wege geleitet hat, zu unterhalten. Nur leider ist Social Media halt bei noch verbleibenden knapp 60 Tagen Wahlkampf ganz der falsche Ansatz für die Parteien. Denn wenn der Aufbau des Dialogs im Web eins braucht, dann ist es Zeit. Und auch die bringt nichts, wenn die Aussagen im Kern nicht stimmen. Nur weil das bei Obama perfekt gepasst hat, konnte er sich dann auch über zwei Jahre hinweg ein großes Netzwerk im Web stricken.

Somit mag insbesondere für die SPD in Hessen Social Media nicht das passende Mittel für diesen Wahlkampf sein. Es könnte aber sehr gut dabei helfen, nach der verpatzten Wahl im Januar einen Neuanfang nahe am Wähler in die Wege zu leiten.

(Foto von Frank)

Update: Es sind dann tatsächlich ganze ca. 30 Sekunden geworden 😉