Brainpicker’s Medienkonsum

Endlich hat Maria Popova von Brain Pickings die Frage beantwortet, wie sie es hin bekommt, so viel gutes Zeug zu posten.

Ich mag Maria’s Ansatz, sonntagabends alle Feeds in Google Reader als gelesen zu markieren und damit quasi alles auf null zu setzen. Ich würde dazu noch alle Artikel in Instapaper archivieren, alle Newsletter und Updates in meiner Email-Inbox löschen und alle Browser Tabs schließen. Jeder Montag wird zum Neubeginn.

Maria Popova über Twitter und Kuration

[…] new tools in general, and Twitter in particular, greatly challenge the binary dichotomy of attention as something that is either given or taken away, distracted. Instead, these tools allow us to direct attention to destinations where it can be sustained with more concentration and immersion.

In einem großartigen Essay für das Nieman Journalism Lab schreibt Maria Popova (@brainpicker) über ihren Umgang mit Twitter als Informationskuratorin und räumt dabei mit einigen Vorurteilen auf.

While the majority of my readers now arrive at Brain Pickings through Twitter, a medium premised on brevity of thought and a dynamic ebb-and-flow of attention, the kinds of posts they most engage with on the blog are books. What’s more, they actually buy books — lots of them.

Wie schon an anderen Stellen fordert sie eine neue Kultur der Attribution. Verständlich, weil das für ihre Arbeit die wichtigste Währung ist.

Finding a way to acknowledge content curation and information discovery (or, better, the new term we invent for these fluffy placeholders) as a form of creative labor, and to codify this acknowledgement, is the next frontier in how we think about “intellectual property” in the information age.

Ich stelle bei meiner „Kurationsarbeit“ immer wieder fest, dass das schwierigste für mich ist, im Nachhinein herauszufinden, woher ich etwas habe. Gerade Tools wie Instapaper machen es leicht Inhalte zu sammeln. Sie speichern aber nicht die Quelle, woher man es hat. Insofern unterstütze ich Maria’s Aussage mit dem Wunsch, dass unsere Tools der Attribution mehr Respekt zollen und das „via“ gleich mit speichern.

Maria Popova aka Brainpicker über Kuration

Design Bureau hat ein großartiges Interview mit Maria Popova aka Brainpicker geführt, weil sie sich ebenso wie wir alle fragen:

Anyone who’s heard of Maria Popova has probably wondered when she sleeps.

In der Tat. Dazu gibt sie folgenden Hinweis:

I hardly ever find myself unable to do anything. I write articles on the subway, conduct interviews from my bike (don’t tell the NYPD), review books on the plane, and listen to the Science Times podcast while shopping. Sad, I know. I might need to go to something like a silent retreat. Is there an app for that?

Maria gehört zu meinen größten Inspirationen, was ihre Arbeit als Scout und Kurator angeht, auch wenn sie ihre Probleme mit letzterem Begriff hat.

I’m very uncomfortable with the word „curation“ as it relates to content because it’s been applied to so much that it’s quickly becoming vacant of meaning. But at the same time, we need to invent new language for these new information systems and, until we do, it’s still the best placeholder.

Volle Zustimmung. Das Wort „curation“ ist im Englischen Web derzeit gehypt wie kaum ein anderes („Gamification“ ausgenommen), weswegen man es automatisch vermeiden möchte. Der Hype kommt aber nicht von ungefähr, scheinen Kuratoren doch eine denkbare Antwort auf die empfundene Informationsflut. Experten, die aus der Masse an (Informations- & Inspirations-)Angeboten die „richtigen“ Auswählen, spielen eine wichtige Rolle, wollen wir diese Aufgabe in Zukunft nicht ausschließlich den Maschinen überlassen.

The more others gravitate to certain types of content, the more it floats to the top of our collective awareness — a dangerous Digg-ification of culture that homogenizes our tastes and buries some of the most interesting nuggets deep below that superficial layer of popular taste.

Unbedingt auch den Rest des Interviews lesen und, für den völlig unwahrscheinlichen Zustand, dass man es noch nicht tut, @brainpicker auf Twitter folgen.