Social Media – Agenturen haben keine Ahnung

Adweek berichtet über eine Umfrage, bei der Marketing Leute befragt worden, was sie von dem Social-Media-Verständnis ihrer Agenturen halten. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Social Media: ‚Agencies Don’t Get It,‘ Survey Says:

„Clients are placing more emphasis on mastering social media but find their agencies ill equipped to help them succeed in that space, according to a new survey. TNS Media Intelligence/Cymfony polled more than 60 marketers in North America, France and the U.K. to gauge how they are faring navigating the world of social media. It asked them for feedback on their agencies‘ abilities to help. TNS found, in its words, „Agencies don’t get it.“ Clients complained that their agencies — creative, media, public relations, design and others — typically treat social channels like blogs as traditional media. In other cases, their ideas are not backed up by practical skills in the area. What’s more, one client pointed out that his agencies have little of their own experience using social networks or video-sharing sites for themselves.“

Zwei direkte Erkenntnisse:

  1. Agenturen betrachten Social Media aus ihrer gewohnten Denkweise. Sie übertragen die gelernten Vorgehensweisen auf das neue Medium, weil sie nicht in der Lage sind, ihren Horizont zu erweitern.
  2. Vieles davon hat mit der zweiten Erkenntnis zu tun: Agenturmitarbeiter bewegen sich selbst kaum in Social Networks und anderen Social-Media-Anwendungen. Aus meiner Beobachtung herrscht häufig noch die typische Agentur-Arroganz, es besser zu wissen als der „Pöbel“ und sich deswegen nicht mit diesem einlassen zu wollen.

Der erste Schritt für Agenturen aus dieser sich aufbauenden Krise: bloggen.

PR 2.0

Sam Lawrence wünscht sich das seine PR Agentur über die Zusammenarbeit bloggt. Aber die weigert sich. Brian Solis setzt sich mit diesem Thema ausführlich auseinander. PR 2.0:

The questions for Jive’s agency to ask are, „Will blogging about this or other relationships benefit existing or potential clients? Will we establish thought leadership or give away our ideas. Are we capable of writing authentically and not like most PR people? Will this blog hurt or help relationships with media, analysts and bloggers?“ The process of thinking about this will yield invaluable insight, which can only help companies create a relevant and specific roadmap to define content, readers, format, and approach. I guess I should say, that this process is an absolute must before any company decides to blog, otherwise they’re just blogging to blog (blah blah blah blah) – and that’s never a good idea in the world of real business.

(via Martin Recke)

Corporate Videos

Kennt ihr diese Videos auf YouTube, mit denen Unternehmen zeigen wollen, wie cool sie sind, wie sehr sie User-Generated-Content verstanden haben und dass man unbedingt für sie arbeiten sollte? Genau, das sind die Videos, bei denen ordentlich Fremdschämen angesagt ist und man sich sofort eine Notiz macht, alle Jobangebote von denen sofort abzulehnen.

Kollege Gerald hat mir gerade den Link zur löblichen Ausnahme von Connected Ventures geschickt. Bei denen würde ich sofort anfangen (nicht nur weil sie mit Vimeo IMHO die beste Videohosting-Seite im Web machen).
Lip Dub – Flagpole Sitta by Harvey Danger from amandalynferri on Vimeo.

Mehr zum Video und dem Effekt, den es hatte, bei FastCompany. Was mir dabei mal wieder auffällt: Coole Unternehmen können coole Videos machen, weil sie aus coolen Leuten bestehen. Wer solche Leute nicht hat…

Stefan Sagmeister bei art

Schon wieder der Sagmeister. Aber was soll ich machen, der Kerl lässt einfach spannende Aussagen am Fließband raus. Wie in diesem Interview mit art-magazin.de:

Als kleine Firma bleiben wir effizient. Große Gruppen produzieren Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse. Niemand fühlt sich mehr verantwortlich. Wir sind finanziell unabhängig und können Entscheidungen nach Qualität fällen, weil unsere laufenden Kosten gering sind. […] Die wichtigste Herausforderung im Design ist, Projekte so fertigzustellen, wie man sie auch geplant hat. Weil sie so konservativ sind, hindern die Kunden in Deutschland die Grafiker jedoch daran. Ich kenne kein anderes Land, in dem die Studenten viel besser sind, als die Berufstätigen. Die deutschen Grafiker klagen darüber, dass sie ihre Projekte nicht wiedererkennen, nachdem sie realisiert wurden. Sie ziehen nach New York, um dem Frust zu entfliehen.[…] Ich lerne von den Schlauen, über Dumme ärgere ich mich. Deshalb arbeite ich nur mit Kunden, die intelligenter sind als ich.[…]