Wen interessiert das denn bitteschön?

Schon lustig irgendwie das diese Frage, die man als Blogger immer noch häufig gestellt bekommt, in den letzten Tagen vor allem von Bloggern gestellt wird, wenn es um Twitter geht. So schnell kann man die Seiten wechseln…

Dave Winer über Twitter:

I’m very reluctant to dismiss Twitter as a passing fad, aware that many people said that about blogging, and I was sure they were wrong, and they were. Whenever so many people are so excited about something there must be some substance. It’s the same reasoning that makes me reject the idea that George W. Bush is stupid. You don’t get to be President and be stupid, and nothing frivolous gets to be as popular as quickly as Twitter has.

Frischer Lesestoff zu Online-Journalismus

Gestern war mein Gewinn von der UPLOAD Einweihungsfete in der Post: das Buch „Weblogs, Podcasting und Online-Journalismus. oreillys basics“ (Moritz ‚mo.‘ Sauer). Ist zwar immer cool, was zu gewinnen. Aber von den Socken gehauen hat’s mich jetzt nicht ein Buch zu bekommen, das sich mit Weblogs und Podcasting beschäftigt, da ich mich da ja nun schon etwas auskenne. Was ich bisher aber immer übersehen hatte ist der kleine Zusatz ‚Online-Journalismus‘ auf dem Titel. So enthält das Buch einige Kapitel zu sauberer Recherchearbeit, guten Interviewtechniken, interessanten Kritikformulierungen und Medienrecht. Und diese Themen interessieren mich wiederum derzeit ganz besonders. Insofern noch einmal ein extra Dankeschön an Jan.

UPLOAD-Blogstöckchen: Wie bloggst du?

Schon komisch, wenn man ein Stöckchen zugeworfen bekommt, wozu man selbst die Inspiration geliefert hat. Jan vom UPLOAD-Magazin hat aus meinem Einweihungsgeschenk ein Blogstöckchen gemacht und fragt, wie bei einem ein neuer Blogartikel entsteht bzw. welche Tools man dafür einsetzt. Ich ergänze hier mein ursprünglichen Artikel noch ein bisschen, um dann ohne schlechtes Gewissen das Ding ein paar anderen an den Kopf zu werfen.

Quellen

Ich lebe praktisch von Feeds, d.h. von den Inhalten eines Blogs oder sonstiger Webseite, die mein Feedreader auslesen kann, ohne dass ich jede Webseite einzeln besuchen muss. Derzeit benutze ich zwei Feedreader:

  • Netnewswire enthält alle Quellen, die ich in der Regel ganz lese und nicht nur scanne. Alles, was mir interessant erscheint oder ich für später aufheben will, übertrage ich mit einem AppleScript in meine DevonThink-Datenbank.
  • Google Reader nutze ich für alle anderen Feeds, weil es mit dem Ding unglaublich einfach ist, eine Menge Inhalte schnell zu überfliegen, ohne ständig klicken zu müssen.

Schreiben und Verwalten

Wie bereits geschrieben ist ecto das Tool meiner Wahl, um meine Blogartikel zu schreiben und zu verwalten. Ecto war eines der erste Tools in diesem Bereich und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum ich es bis heute nutze. Mit ecto kann ich:

  • mehrere Blogs in einer Anwendung verwalten.
  • meine Artikel grob auf Rechtschreibung checken.
  • easy Amazon-Links einbauen.
  • Bilder einbinden und sie automatisch so formatieren lassen, wie sie auf mein Blog am besten passen.
  • vor allem Artikel auch offline schreiben, um sie später zu veröffentlichen, wenn ich wieder online bin.

Ich schreibe allerdings in der Regel nicht direkt in ecto sondern rufe dazu WriteRoom auf. Das blendet alle Ablenkungen aus und hilft mir, mich komplett auf den Text zu konzentrieren. Ich nutze das Tool inzwischen sogar für Dinge wie E-Mails etc.

Du bisch

Dann hol ich mal aus und werfe in folgende Richtungen:

Oh, hab ich eigentlich erwähnt, dass es was zu gewinnen gibt?

Mein Blog und mein Umfeld – Ein paar lose Gedanken

„Ein Prophet gilt nichts im eigenen Land.“ heißt es in der Bibel. An diesen Vers muss ich manchmal scherzhaft denken, wenn ich beobachte, wie wenig mein Blog in meinem direkten Umfeld gelesen wird. Gerade im Zuge meiner Veränderungen-Serie fiel mir das mal wieder massiv auf. Nur meine besten Freunde sprachen mit mir über die Dinge, die ich schrieb. Aber sie wussten sowieso bescheid, weil viele Gedanken eh aus dem Gespräch mit ihnen entstanden. Aber der Rest meines Umfelds scheint mein Blog weitgehend nicht zu lesen oder sie lassen es sich zumindest nicht anmerken. Das Verhältnis beim Feedback auf die Veränderungen-Serie von Leuten, die ich persönlich kenne zu Leuten, die ich noch nicht getroffen habe war ca. eins zu sieben oder acht.

Für mich ist das erstmal ganz wertneutral. Mein Umfeld liest bis auf wenige Ausnahmen mein Blog nicht. Das hat zunächst mal einen großen Vorteil: Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, kann ich erzählen, was ich schon im Blog geschrieben habe, ohne dass mir die Person mit den Satz „Jaja, das habe ich schon in deinem Blog gelesen.“ ins Wort fällt. Wenn ich so drüber nachdenke fällt mir auf, dass mir das früher noch häufiger passiert ist. Ich weiß noch, dass ich mich irgendwann entschied, nicht mehr so viel persönliches in mein Blog zu schreiben, damit ich meinem Umfeld noch etwas zu erzählen hatte und nicht ständig obige Aussage zu hören bekam. Inzwischen habe ich den Satz schon lange nicht mehr gehört und ich finde es interessant mal drüber nachzudenken, warum das so ist.

Mein Umfeld liest also weitgehend mein Blog nicht. Woran könnte das liegen? Interessieren sich die Leute vielleicht nicht so sehr für die Themen, die ich schreibe? Mir fällt auf, dass es auf meinem Blog zwei Arten von Lesern gibt: die, welche sich für irgendeines der Themen interessieren, über die ich schreibe und die, welche mich entweder kennen oder mich über mein Blog kennengelernt haben. Die erste Gruppe kommentiert bei den Themen, die sie interessieren. Die zweite Gruppe begreift mein Blog mehr als ein Kommunikationsmittel mit mir und kommentiert bei fast allem, was ich schreibe. Sie fragen z.B. auch nach, wenn sie ein Thema nicht verstehen usw. Könnte es sein, dass mein Umfeld sich einfach noch schwer tut mit dem Kommunikationsmittel Blog?

Manchmal frage mich auch, ob es meinem Umfeld schwer fällt, den virtuellen Johannes mit dem realen Johannes in ihrem Kopf zu einer Person zusammenzufügen. Vielleicht kommt ihnen der Blogschreiber Johannes als eine andere Person vor, die sich anders ausdrückt als der reale Johannes, den sie z.B. im Café treffen. Meine Blogleser, die mich noch nicht persönlich kennen haben es da leichter. Sie kennen mich nur als Schreiber. Selbst, wenn sie mich dann persönlich kennenlernen ist mein Eindruck, dass es für sie nur die eine Person gibt. Mein Umfeld dagegen kennt mich in der Regel schon bevor es das erste mal mein Blog liest. Könnte es z.B. sein, dass man mich in eine bestimmte Schublade packt und diese dann nicht mehr passt, wenn man mein Blog liest? Mir fällt es meist leichter Dinge beim schreiben auszudrücken als im direkten Gespräch. Ich brauche in der Regel länger, um Sachverhalte und meine Meinung zu formulieren und am Ausdruck zu schrauben, weswegen mir das Blog hilft. Es passiert mir schon immer wieder, dass ich in einem Gespräche denke „Was war das denn jetzt schon wieder für ein seltsamer Satz? Das ist doch gar nicht meine Meinung.“ Insofern passt es, wenn mein Umfeld überrascht ist, wenn ich in meinem Blog vielleicht anders klinge als im Gespräch.
Diese Gedanken sind ein Grund dafür, warum ich ein Bild von mir auf mein Blog gepackt habe. Es soll helfen, die Aussagen in den Texten direkt mit meiner Person in Verbindung zu bringen, so als hätte ich sie dem Leser direkt gesagt.

Es ist auf jeden Fall interessant zu beobachten, wie sich neben meinem natürlichen Umfeld aus Freunden, Nachbarn und Bekannten ein zweites in meinem Blog gebildet hat. Viele meiner Blogleser kenne ich nicht persönlich bzw. nur aus den Kommentaren. Trotzdem kommuniziere ich regelmäßig mit ihnen und freue mich insbesondere, wenn jemand durch ein Treffen aus dem virtuellen in das reale Umfeld wechselt, zumindest solange die Person dann nicht aufhört mein Blog zu lesen.

Einweihungsfete bei UPLOAD

Jan hat zur Einweihung seines UPLOAD Magazins eine virtuelle Einweihungsfete veranstaltet. Jeder durfte kommen, musste aber etwas mitbringen, undzwar einen Artikel darüber, wie man ein Blog besser machen kann. Für mein Mitbringsel habe ich mir spontan meine Top5 der Dinge überlegt, die ein Blog gut machen oder weiter verbessern können. Den Artikel gibt’s hier.

Grundsätzlich beschäftigt sich UPLOAD mit dem digitalen Publizieren im Web und ist aus dem Grund besonders interessant für mich.

Blogänderungen

Gerade mal in meine Feedburner-Statistiken geschaut und überrascht festgestellt, dass mehr als die Hälfte von euch dieses Blog per Feed lesen (häh?). D.h. dass die meisten von euch auch meine del.icio.us-Links angezeigt bekommen. Das ist gut, da mir der Aufwand mit den Links und den Notizen zu groß geworden ist. Somit habe ich das Sammelbecken in der Seitenleiste abgeschaltet und werde jetzt alle Fundstücke und Notizen ausschließlich über del.icio.us laufen lassen. Wem der Umgang mit Feeds und Feedreader (mein Tipp: Google Reader) zu kompliziert ist, kann sie jetzt auch wieder meine Blogposts per täglicher E-Mail schicken lassen (Formular ist in der rechten Seitenleiste). Fragen?