Wie die Vodafone Pressekonferenz zur neuen Kampagne auch hätte laufen können
Der Vodafone-Geschäftsführer tritt vor die Presse und den Livestream. "Im Mittelpunkt unseres Interesse als Unternehmen stehen unsere Kunden. Deswegen haben wir große Anstrengungen unternommen, noch genauer als bisher zuzuhören und auf die Kritik, Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen. Glauben Sie mir, es war für uns eine Tour de Force. Aber ich bin fest überzeugt, dass wir einen neuen Durchbruch erreicht haben. Deswegen kann ich Ihnen nun voller Stolz den neuen Tarif "Internet" präsentieren. Wir haben verstanden, dass Sie immer und überall ohne Einschränkungen im Web aktiv sein wollen. Deswegen handelt es sich bei diesem Tarif um eine echte Flatrate. Keine Drosselung bei 5 Gigabyte im Monat oder Ähnliches. Sie brauchen schlicht und einfach nicht mehr über Traffic nachzudenken. Instant Messaging und VoIP sind selbstverständlich erlaubt. Sollten Sie doch mal die herkömmlichen Kommunikationsmedien in Anspruch nehmen wollen, werden alle Gesprächsminuten und SMS in alle Netze einheitlich mit 19 Cent abgerechnet. Der Tarif kostet 30 Euro im Monat und hat eine Vertragslaufzeit von 12 Monaten.
Wir denken, dass wir mit diesem Tarif optimal die Bedürfnisse der mobilen Internetnutzer erfüllen und sind auf Ihr Feedback gespannt. "
Man wird ja noch von kundenzentrierten Unternehmen träumen dürfen…
Nachtrag: Dataroaming und Tethering habe ich nicht mal erwähnt. Muss ja auch mal die Kirche im Dorf lassen.
Comments (30)
Aber man muss schon ehrlich sagen, dass es unrealistisch ist, dass die Mobilfunker etwas machen, mit dem sie sich systematisch die ARPUs (Average Revenue Per Unit) kaputt machen. Ich bin ja durchaus bereit, (ein bisschen) mehr als 30 Euro zu zahlen, ich möchte dann nur auch eine gute Leistung, und kein Kostenrisiko.
Wenn Vodafone wirklich verstanden hätte, was die "Generation Upload" bedeutet, so wäre ihnen klar, dass die Zeiten von Branding durch leere Worthülsen zumindest für diese Zielgruppe vorbei sind.
Wer in meinem Kopf eine tolle Marke bilden möchte, braucht zwei Dinge: tolle Produkte und einen guten Service. Deswegen der leicht utopische Text oben.
auch ich denke, der neue Spot und die PK von Vodafone ist unterirdisch und ziemlich spiessig. Auch ich wünsche mir seit Jahren faire mobile Datentarife. Da ich in der mobilen Branche arbeite, habe ich einen ganzen Haufen von neuen Tarifideen für MNOs, MVNOs oder MVNEs. Aber leider gibt es folgende (physikalische) Tatsache: Unlimitierte Datentarife in Mobilfunknetzen zur Datenvollversorgung machen keinen Sinn, da die Bandbreite einer Mobilfunkzelle begrenzt ist. Ein paar Heavy Data User machen die Zelle dicht. Ich empfehle daher Filesharing mit DSL zu Hause und einen schönen Datentarif unterwegs mit Limit (meinetwegen Drosselung ab 5GB oder 10GB). VoIP und IM sollten auf jeden Fall möglich sein, denn ich will online machen, was ich (Kunde) will. Ich zahle dafür auch gerne 40 oder 50 Euro. In ca. 2 Jahren kommt mit LTE (Long Term Evolution) eine neue 4. Generation auf den Markt, die die Kosten pro Bit nochmal deutlichen senken wird.
MVNO : mobile virtual network operator (sowas wie debitel, also reseller)
MVNE : mobile virtual network enabler (gibt's glaub ich in DE nicht, wäre quasi der tatsächliche Netzbetrieb nochmal outgesourced)
IM : instant messaging : in-line usenet
DSL : digital subscriber line : wir machen datenverkehr über eine bereits liegende physikalische telephonleitung
VoIP: größtmöglicher Unsinn (wenn via Mobil etc.)
LTE : long-term-evolution (long-term, weil bereits seit 2004 in der Diskussion), soll mal letztendlich die derzeitigen Systeme GSM+GPRS+Edge und UMTS/HSPA ablösen. Wird wahrscheinlich in der nächsten Zeit in Testsystemen etc. auftauchen.
Tatsache ist, das LTE tatsächlich am ehesten das sog. mobile Internet abbilden wird (kein Wunder, weil so desinged), das die Kosten pro bit runtergehen (im Betrieb) wär ich nicht ganz sooo sicher.
Das Problem mit den Heavy Daten Usern existiert weiterhin.
debitel ist kein echter MVNO sondern ein Service Provider, der sowohl eigene aber auch MNO Tarife vertreibt. Dabei benennt debitel immer auch das MNO Netz in dem der Tarif gilt.
Ein echter MVNO ist so was wie blau.de, tchibofon die einen eigenen Tarif in einem virtuellen Netz verkaufen. Echte MVNO versuchen so zu tun, als hätten sie ein eigenes Netz, in fast allen MVNO Angeboten gibt es auch eine "Flatrate" oder Nulltarif für Telefonate im virtuellen Netz (blau.de zu blau.de).
Auch, was du in den Kommentaren geschrieben hast.
Ich glaube, ich kann das ganze Gesabber nicht mehr hören.
Ich möchte auch gar nicht darüber bloggen.
*das sind die mit den beliebten * 1) 2) 3) 4) 5) 6)-Markierungen.
- Marketingneusprech im Allgemeinen von den meisten ehrfürchtig nachgeäfft wird, statt ihn zu hinterfragen
- solche Firmen von gestandenen Marketingaffen geführt werden, wie es speziell dort der Fall ist.
hätte ich nicht besser vorschlagen können.
wenn das so kommen würde, wär ich einer der ersten die zuschlagen.
mal sehen was vodafone daraus macht.
Daß dies, und warum dies, keine gute Idee in real-existierenden Mobilnetzen ist, wurde ja schon ausgeführt.
"alle Gesprächsminuten und SMS in alle Netze einheitlich mit 19 Cent abgerechnet. Der Tarif kostet 30 Euro im Monat und hat eine Vertragslaufzeit von 12 Monaten."
Äh, ja, äh. Nee. Sicher, die Unternehmen sollen Gewinn machen, sie sollen ja uns auch die tolle neue Zukunft mit LTE und hastenichgesehen bringen. Nur: warum kosten Telefonate *in* Deutschland, SMS *innerhalb* deutscher Netze teilweise mehr als die gleiche Dienstleistung mit der deutschen SIM im ausländischen Netz? Wenn wir von fairen Tarifen sprechen, dann bitte von solchen, die im Inland unter denen bei Roaming liegen ...
Ich bin kein o2-Fanboy; aber die neuen Tarife dort erscheinen mir mehr und mehr kundenorientiert, meilenweit kundenorientierter jedenfalls als die typischen 24-Monats-Maximal-all-in-Angebote bei D1, D2 oder (kann ich schlechter beurteilen, weil ich e-Plus faktisch nicht beachte) e-Plus. Und die monatlich kündbare 5-GB-Surf-"Flat" von Tchibo ist im Grunde das, was *ich* suche: einen Tarif "um ins Netz zugehen", unabhängig vom Gerät, bei absehbarem Nichtgebrauch (Urlaub im Ausland?) aussetzbar, ...
Klar, für den Anbieter ist das weniger charmant im Hinblick auf den Branchenfuchsschwanz ARPU (Average Revenue per User), da sind feste, fette, monatliche Beträge auf 24 Monate viel besser. Oder auch nicht, wenn die Kundschaft sich aktiv nach Alternativen umschaut, nur, weil die monatlichen Beiträge, gemessen am Kundennutzen und der Kundennutzung der ganzen Inklusivdienste, gefühlt nicht gerechtfertigt sind.
Naja, das ist jetzt Auslegungssache und eine Frage des Standpunktes.
Wenn _ich_ im Ausland bin freue ich mich, wenn ich im Hotel über den, sowieso bezahlten, Hotspot mit meinem IPhone "umsonst" mit Skype nach Hause telefonieren kann.
T-dings freut es nicht. Frage des Standpunktes...:-)
Base eine Option sein. Für jeden anderen ist das eplus-Netz völlig
inakzeptabel :-)
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